Gedichte

Was ist ein Gedicht?

Lies dir den folgenden Text einmal durch. Was ist besonders an einem Gedicht?

Die Dinge reden

Georg Bydlinski

„ich reime mich auf Zuckerbäcker“,
sagt der alte Rasselwecker.
„Ich reime mich auf Nasenflügel“,
sagt der linke Brillenbügel.
Es brummelt stolz die Tiefkühltruhe:
„Ich reime mich auf Stöckelschuhe.“

Und die Standuhr sagt:
„Merkt ihr es nicht?“
Wir sind ein Gedicht!"

aus: Überall und neben dir. Gedichte für Kinder. Hrsg. von Hans-Joachim Gelberg. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg 1986, 1989..

Gedichte untersuchen: Reim, Strophe und Vers

Die besondere Form

Das Besondere an einem Gedicht ist seine Form.

Du hast sicherlich schon einmal etwas von Versen, Strophen und Reimen gehört …

Gedichte untersuchen: Reim, Strophe und Vers

Was das genau ist, erfährst du hier!

Verse: Zeilen eines Gedichtes

Typisch für ein Gedicht ist seine besondere Form, nämlich, dass es in einzelne Zeilen gegliedert ist.

Die Zeilen eines Gedichtes haben einen eigenen Namen, sie heißen Verse.

Das nebenstehende Gedicht besteht zum Beispiel aus 9 Zeilen. Man sagt, es hat 9 Verse.

Er ist’s

Eduard Mörike

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

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Strophen: Absätze eines Gedichtes

Viele Gedichte sind außerdem in Absätze
unterteilt.

Diese Absätze nennt man Strophen.
Eine Strophe besteht wiederum aus mehreren Versen.

Das Beispielgedicht rechts ist in drei Strophen gegliedert. Jede der drei Strophen besteht aus fünf Versen.

Maler Frühling

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Der Frühling ist ein Maler,
er malet alles an,
die Berge mit den Wäldern,
die Täler mit den Feldern:
Was der doch malen kann!

Auch meine lieben Blumen
schmückt er mit Farbenpracht:
Wie sie so herrlich strahlen!
So schön kann keiner malen,
so schön, wie er es macht.

O könnt ich doch so malen,
ich malt ihm einen Strauß
und spräch in frohem Mute
für alles Lieb und Gute
so meinen Dank ihm aus!

Reime: gleich klingende Wörter

Von einem Reim spricht man, wenn in zwei oder mehreren Wörtern der letzte betonte Vokal gleich klingt.

Beispiele:

Meerleer

SonneWonne

Gedichte untersuchen: Reim, Strophe und Vers

Probiere doch mal folgendes Spiel aus: Suche ungewöhnliche Reimpaare und verfasse mit einem Lernpartner lustige Zwei- und Vierzeiler:
Autobus – Haselnuss

Ein Pferd reist mit dem Autobus,
ein Schwein frisst eben eine Nuss.

Das Reimschema

Je nachdem, wie die Reimwörter in einem Gedicht angeordnet sind, gibt es verschiedene Muster von Reimen, auch Reimschemata (Singular: Reimschema) genannt.

Um das Reimschema eines Gedichtes zu untersuchen, kennzeichnest du die Reime am Ende eines Verses mit Kleinbuchstaben.

Verse, die sich reimen, erhalten dabei denselben Buchstaben.

Welches Reimschema hat das nebenstehende Gedicht?
Lies weiter!



Winters Einzug

Franz von Pocci

Nun zieht mit seiner ganzen Macht a
Herr Winter wieder ein. b
Vergangen sind der Fluren Pracht, a
Erbleicht der Sonne Schein. b

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Häufige Reimschemata

  • Paarreim: es reimen sich jeweils zwei aufeinanderfolgende Versenden nach dem Muster aabb.
  • Kreuzreim: es reimen sich jeweils die ersten und dritten, sowie die zweiten und vierten Versenden nach dem Muster abab.
  • Umarmender Reim: es reimen sich jeweils die ersten und vierten, sowie die zweiten und dritten Versenden nach dem Muster abba.

Hier siehst du Beispiele für die einzelnen Reimschemata:

Gedichte untersuchen: Reim, Strophe und Vers

Der unreine Reim

Reime, die genau gleich klingen (z.B. fliegenliegen)
heißen auch reine Reime.

Gedichte untersuchen: Reim, Strophe und Vers

Klingen Reimwörter nicht gleich, sondern nur ähnlich, spricht man von unreinen Reimen.

Beispiele:

Liebetrübe:
Die betonten Vokale i und ü klingen nur ähnlich, deshalb handelt es sich um einen unreinen Reim.

gerneWärme:
Da die Konsonanten n und m nur annähernd gleich klingen, ist dieser Reim unrein.



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