20.05.2020

Perfekte Bedingungen– so helfen äußere Umstände beim Lernen

Lernen und Lernumgebung

Nicht nur das Lernen selbst, auch äußere Umstände und Bedingungen spielen für den schulischen Erfolg von Kindern eine große Rolle. Je nach Altersklasse sind diese durchaus unterschiedlich. Grundsätzlich relevant können die Lernumgebung, Möglichkeiten zum Ausgleich aber auch andere Faktoren wie Organisation oder die Ernährung sein. Welche Aspekte genau berücksichtigt werden sollten und wie man diese bestmöglich umsetzt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Früh anfangen lohnt sich

Lernen ist Gewohnheitssache. Deshalb spielen auch die äußeren Faktoren eine große Rolle. Wichtig für Kinder und Jugendliche ist, Rituale und Abläufe zu verinnerlichen und so einen Alltag herzustellen.

Dabei kommt es zudem darauf an, all dies möglichst früh umzusetzen. Schon beim Einstieg in die erste Klasse gilt es vorab einige Vorbereitungen zu treffen, da für das Kind ein neuer Lebensabschnitt beginnt, welcher viele Veränderungen bereithält und an den es sich zu gewöhnen gilt.

Hierzu können neben der Lernumgebung im Kinderzimmer auch die Schulutensilien wie Schulranzen, Mäppchen, Stiften oder Brotbox gehören – auch die zeitliche Planung des Schulweges, allgemeine Alltagsorganisation oder das Einüben eines immer gleichbleibenden Schlafrhythmus sind für Routinen elementar.

Der Vorteil: Dieses Vorgehen gibt erstens eine gute Grundlage für ein von Beginn an konzentriertes und erfolgreiches Lernen und vermeidet zudem so das Auftreten von Problemen in späteren Jahren. Gerade junge Menschen können als das sprichwörtliche Gewohnheitstier besonders schnell gewisse Abläufe verinnerlichen.

Sind erst einmal Fehler zur Routine geworden, ist es im Nachhinein weitaus komplizierter, diese wieder zu korrigieren. Zudem werden die Kinder, abseits der positiven Effekte auf die Lernfähigkeit, so gut und solide auf ihren späteren Alltag in Ausbildung, Studium oder Beruf vorbereitet.

Die richtige Ernährung

Richtig heisst in Zusammenhang mit dem Thema Ernährung vor allem ausgewogen. Natürlich sind gerade Kinder und Jugendliche vor allem mit zucker- und kalorienintensiven Süßigkeiten zu beeindrucken. Dennoch ist es gerade für diese Altersgruppen für ein erfolgreiches und konzentriertes Lernen von hoher Relevanz, vitaminreiche und gesunde Kost zu essen.

Nahrungsmittel, die für eine gute Funktionsfähigkeit des Gehirns sorgen, werden auch unter dem umgangssprachlichen und auf dieser Seite bereits ausführlich behandelten Begriff Brainfood zusammengefasst. Hierzu gehören grundsätzlich unter anderem Fisch, Früchte, Blattgemüse, Milchprodukte und Nüsse. Auch Hülsenfrüchte und Bohnen und die ausreichende Aufnahme von Wasser können die Gehirnleistung steigern.

Diese Lebensmittel haben große Überschneidungen mit den Kriterien für eine gesunde Ernährung für Kinder. Hierbei sollte vor allem eine ausreichende Zufuhr von ungesüßten Flüssigkeiten, viele pflanzliche Lebensmittel sowie ein umfangreiches Maß an Milchprodukten berücksichtigt werden. Tierische Lebensmittel sowie zuckerhaltige Speisen sollten nur in geringem Maße zum Einsatz kommen.

Ganz allgemein gelten ähnliche Regeln für gesunde Ernährung wie bei erwachsenen Menschen. Dennoch sollte auf einzelne Faktoren gerade bei Kindern ein besonders hoher Wert gelegt werden. Zudem gibt es auch diverse Möglichkeiten der Zubereitung, um gerade Kindern und Jugendlichen eine solche Ernährung besonders schmackhaft zu machen.

Gute Organisation

Um mit viel Ruhe Lernstoff aufnehmen zu können, ist es gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, gut organisiert zu sein. Die Eltern können hierzu einen beim Schuleinstieg und in den ersten Jahren der Schulzeit umfassenden, aber auch später noch maßgeblichen Beitrag leisten.

Besonders zielführend in diesem Zusammenhang ist die Herstellung von Alltagsroutine. Dies bedeutet beispielsweise, die Kleidung, das Essen für die Schule wie Pausenbrote und Ähnliches schon am Vortag genau zu planen. So kommt am Morgen kein Stress auf, der Start in den Schultag ist ruhiger und somit konzentrierter. Jugendliche und auch Kinder können hier im Sinne einer Erziehung zur Selbstständigkeit durchaus auch zunehmend mit einbezogen werden.

Weiterhin macht auch die Organisation der Lernzeiten außerhalb der Schule Sinn. Je eingespielter und gewohnter die Lernabläufe sind, umso einfacher fällt die Konzentration. So kann je nach den individuellen Anforderungen der Schule zum Beispiel auch die Einteilung der Wochentage nach gewissen Lernfächern zielführend sein. Schritt für Schritt kann Kindern und Jugendlichen auch hier eine zunehmende Selbstorganisation beigebracht werden. (Tipp: Lernpläne, Tipps zum konzentrierten Arbeiten, Mindmaps u.v.m. kostenlos unter www.kapiert.de/downloads nutzen!)

Für die richtige Organisation spielt auch der Schlafrhythmus eine entscheidende Rolle. Besonders für junge Menschen ist ein ausreichendes Maß an Nachtruhe unabdingbar für einen funktionierenden Tagesablauf, aber auch die Konzentrations- und somit Lernfähigkeit. Es macht also Sinn, früh einen guten Biorhythmus zu finden, der dann zu einem Ritual wird und automatisiert ist. Körper und Geist müssen sich so in späteren Jahren nicht an Veränderungen gewöhnen. 

Optimale Lernumgebung

Neben einer umfangreichen Organisation ist es unabdingbar, dass ein Kind oder Jugendlicher die richtige Umgebung zum Lernen hat. Vor allem im eigenen Zuhause spielt dieser Faktor bei der Erledigung der Hausaufgaben und dem Vorbereiten auf Tests und Klassenarbeiten eine besonders große Rolle. Die Herstellung einer passenden Lernumgebung beginnt nicht zuletzt mit der Ordnung im Kinderzimmer. In einem geordneten Umfeld kann auch geordnet gelernt werden.

Zudem kann in der Einrichtung ein besonders hoher Wohlfühlfaktor hergestellt werden. Schon alleine die Farbe der Wände kann einen durchweg positiven oder negativen Einfluss auf die Stimmung eines Menschen haben, für Kinder und Jugendliche gilt dies ganz besonders. Als besonders konzentrationsfördernd sind die Farben grün und gelb bekannt.

Eine gesonderte Rolle spielen die Lichtverhältnisse. Grundsätzlich gilt: In einer eher hellen Umgebung ist die Konzentration höher bei abgedunkelten Lichtverhältnissen. Aber auch die Farbtemperatur spielt eine Rolle, da sie sowohl biologische als auch emotionale Einflüsse auf den Menschen hat.

Ideal geeignet für ein gutes Lernen ist entweder neutralweißes Licht oder Tageslicht. Es ist also für einen hohen Lernerfolg zielführend, darauf zu achten, dass das jeweilige Zimmer des Kindes oder des Jugendlichen stets ausreichenden Zugang zu einer solchen Lichtquelle hat.

Ausreichend Ausgleich

In der heutigen Welt spielen digitale Medien auch für Kinder eine immer größere Rolle. Die maßvolle Nutzung dieser Möglichkeiten kann durchaus als Ausgleich zum alltäglichen Lernen dienen, allerdings ist es wichtig, auch in der „analogen“ Welt Gegenpole zu schaffen.

Hier können aktive und regelmäßig ausgeübte Hobbys hilfreich sein. Diese wirken oft einerseits kreativitätsfördernd, andererseits bereiten sie eine Menge Spaß. Zudem ist es für Kinder und Jugendliche unabdingbar, ein ausreichendes Maß an Bewegung zu haben. Es kann also Sinn machen, auch aktives Training zu einem Ritual zu werden zu lassen und zusätzlich zum Schulsport eine Anmeldung in einem Sportverein in Betracht zu ziehen.

Bewegung wirkt einerseits ähnlich wie eine gute Ernährung gesundheitsfördernd, andererseits schafft sie eine gewisse Ausgeglichenheit und Auslastung. Die Folge ist häufig auch eine verbesserte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Geordnete persönliche Verhältnisse

Neben den üblichen Ablenkungen des Alltags kann auch übermäßiges Grübeln über themenferne Probleme oder Sorgen die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, gerade in den zwischenmenschlichen Kontakten geordnete persönliche Verhältnisse herzustellen.

Hierzu kann einerseits ein ruhiges und intaktes familiäres Umfeld beitragen. Zudem ist es sinnvoll, mit einem Kind Alltagsprobleme zu besprechen und stets mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ein solider Freundeskreis spielt eine nicht weniger wichtige Rolle. Das heißt, schon früh stabile soziale Kontakte fördern. Diese können, neben dem Alltagsausgleich, möglicherweise auch als Lernpartner durchaus eine Hilfe auf dem Weg zu schulischem Erfolg darstellen.

Das Ergebnis von geordneten Verhältnissen: Je weniger andere persönliche und alltägliche Belastungen das Kind oder der Jugendliche bewältigen muss, desto einfacher fällt die Konzentration und das Lernen. Dies kann nicht nur für die hier genannten, sondern auch für eine Vielzahl weiterer, individuell relevanter Lebensbereiche gelten.

Fazit

Ganz grundsätzlich gilt: Viele Alltagsfaktoren des Lebens können eine positive oder negative Auswirkung auf den Lernerfolg von Kindern haben. Dazu zählen Ernährung, die Umgebung, aber auch Bewegung sowie die persönlichen Verhältnisse. In allen Bereichen ist es daher umso wichtiger, eingespielte und positive Routinen und Gewohnheiten zu schaffen. Je früher diese eingeübt werden, desto größer kann der dauerhafte Lernerfolg sein.

Bild 1: Adobe Stock, © MNStudio

Bild 2: Abode Stock, © Robert Kneschke


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Sylke Kilian

Sylke Kilian

Sylke ist für das Marketing bei kapiert.de zuständig. Sie hat in Braunschweig und Hannover Germanistik und BWL studiert. Vor dem Einstieg bei der Westermann Verlagsgruppe als Produktmanagerin für Digitale Medien war sie im Marketing verschiedener IT-Firmen tätig.