18.02.2020

Sicherer Schulweg: So kommt Ihr Kind gut an

Sicher auf dem Weg zur Schule

Stellen Sie sich vor: Der allererste Schultag steht an. Ihr Kind freut sich auf seine Klassenkameraden und den Unterricht. Während Sie wissen, dass die Schule für ein Kind ein wichtiger Schritt Richtung Selbstständigkeit ist, bleiben Sie bei dem Thema nicht ganz sorglos: Denn um zur Schule zu gelangen, muss Ihr Kind zunächst den Schulweg zurücklegen. Die Statistik für Ihre Sorge: Allein 2018 kam es laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU) zu mehr als hunderttausend meldepflichtigen Schulwegeunfällen.

Das heißt jedoch nicht, dass Sie Ihr Kind immer zur Schule bringen müssen: Ein antrainiertes, achtsames Verhalten Ihres Kindes kann den Schulweg sicherer machen. Was jedoch auch Sie bei der Wahl des sicheren Schulweges beachten können und was Ihr Kind von Ihnen über Verkehrsregeln und richtigem Verhalten im Verkehr lernen kann, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Gefahren auf dem Weg zur Schule

Ein Erwachsener, der mögliche Gefahren im Straßenverkehr kennt und aufgrund seiner Erfahrung einschätzen kann, sieht sich nur selten mit großen Herausforderungen konfrontiert. Ein Kind jedoch kann von überfüllten Kreuzungen und komplizierten Straßenübergängen schnell überfordert sein. Ein sicherer Schulweg sollte möglichst wenige Gefahrenstellen haben.Mögliche Gefahren bei der Schulwegplanung, die Sie umgehen sollten, können folgende sein:

  • mehrspurige, viel befahrene Straßen
  • schlecht beleuchtete Bürgersteige
  • Straßen ohne Gehwege
  • Straßen, an denen viele Autos parken – hier wird früher oder später oft der Gehweg blockiert

Wählen Sie den Schulweg nach den besten verkehrsmäßigen Umständen: Ein sicherer Schulweg ist nicht immer der kürzeste.

Sicherer Schulweg dank richtigem Schulwegplan: Gefahrlos ans Ziel kommen

Das Wichtigste vor dem ersten Gang Ihres Kindes zur Schule, ist die Festlegung des Schulweges. Es empfiehlt sich, diesen Weg mit Ihrem Kind mehrmals zu üben – so kennt es die Straßen und die Straßenbedingungen und verläuft sich nicht.

Wir bieten einige Tipps, wie Sie Ihrem Kind den Schulweg erleichtern können:

  • Begleiten Sie Ihr Kind die ersten Wochen nach dem Schulstart zur Schule. Dabei können Sie nach einiger Zeit auch einen Rollentausch vornehmen: Lassen Sie Ihr Kind auf dem Weg mögliche Gefahrenstellen anmerken und erläutern.
  • Klären Sie Ihr Kind über die Verkehrsschilder und Verkehrsregeln auf.
  • Planen Sie genug Zeit für den Schulweg ein. So entfallen Gefahren aufgrund von Zeitdruck.

Sicherer Schulweg zu Fuß

Lassen Sie Ihr Kind zu Fuß zur Schule gehen. So erlebt es die Verkehrswelt in Schrittgeschwindigkeit und kann den Weg in seinem eigenen Tempo gehen. Rote AmpelDabei gilt:

  • Seien Sie selbst ein Vorbild: Rote Ampeln bedeuten immer stehen zu bleiben.
  • Zwischen parkenden Autos hindurchzugehen, kann gefährlich Besonders für Kinder, die häufig noch kleiner sind als Erwachsene: Bringen Sie auch das Ihrem Kind bei.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wo es Straßen am sichersten überqueren Auch, dass das kurze Stehenbleiben am Zebrastreifen sicherer ist, als ihn direkt und ohne weiteres Umsehen zu überqueren. Autofahrer missachten hier oft die Vorfahrt.

Sicherer Schulweg mit dem Fahrrad

Eltern wird häufig davon abgeraten, das Kind bereits im Grundschulalter mit dem Fahrrad zur Schule zu schicken. Kinder sind noch oft von den Reizen Ihrer Umgebung abgelenkt und können dadurch unaufmerksam sein. Falls Ihr Schützling trotzdem mit dem Fahrrad zur Schule fahren soll, empfiehlt sich, Folgendes zu beachten:

  • Machen Sie den Fahrradhelm zur Er schützt vor Kopfverletzungen.
  • Begleiten Sie Ihr Kind auf dem Fahrrad zur Schule. Weisen Sie es auf mögliche Gefahrenstellen hin und zeigen Sie sich vorbildhaft.
  • Kontrollieren Sie die Ausstattung des Fahrrads Ihres Kindes: Reflektoren und eine funktionierende Klingel, Bremsen und Beleuchtung sorgen für mehr Sicherheit.

Sicherer Schulweg mit dem öffentlichen Nahverkehr

Wenn ein Kind einen längeren, komplizierten Schulweg hat, der jedoch gut angebunden ist, können Sie Ihr Kind auch mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wie einem Bus zur Schule schicken. Der Bus selbst ist eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Die Gefahren entstehen eher auf dem Weg zur Haltestelle oder während der Wartezeit. Daher:

  • Ermahnen Sie Ihr Kind zum richtigen Abstand zur Fahrbahn.
  • Nie dem Bus nachlaufen! Auch das sollte Ihr Kind wissen. Stattdessen sollte es warten, bis der Bus abgefahren und die Straße frei ist, bevor es diese überquert.
  • Vor und beim Ein- oder Aussteigen sollte nicht gerangelt Dabei sollte Ihr Kind stets auf das Umfeld achten. Insbesondere beim Aussteigen kann ein vorbeifahrender Radfahrer eine Gefahr für das aussteigende Kind sein.
  • Im Bus sollte sich Ihr Kind hinsetzen. Falls keine Plätze mehr da sind, sollte es sich festhalten. Gibt es Sicherheitsgurte im Bus, ist es ratsam, diesen anzulegen.

Weiterführende Informationen zum Thema “Sicherer Schulweg” bietet das kostenlose Ratgeberportal bussgeld-info.de.

 

Quellen:

https://www.berlin.de/familie/de/informationen/sicherer-schulweg-328

https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/aemter/schul-und-sportamt/schulen/artikel.86477.php

https://www.acv.de/ratgeber/verkehr-sicherheit/sicheres-verhalten/sicherer-schulweg

https://www.verkehrswacht-medien-service.de/grundschule/mein-schulweg-kl-1/schulweg/

https://www.verkehrswacht-medien-service.de/grundschule/mein-schulweg-kl-1/schulweg/schulweg-geeignet/

https://www.verkehrswacht-medien-service.de/grundschule/mein-schulweg-kl-1/schulweg/schulweg-ungeeignet/

https://www.verkehrswacht-medien-service.de/grundschule/gefahren-meistern/mit-dem-bus-zur-schule/

https://www.rtl.de/cms/die-zehn-wichtigsten-tipps-fuer-einen-sicheren-schulweg-459651.html

https://www.dguv.de/de/zahlen-fakten/schuelerunfallgeschehen/schul-wegunfaelle/index.jsp

 

Bildquellen:

Bild von Thorsten Frenzel auf Pixabay

Bild von miyags auf Pixabay

 

 


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Alexander Kretschmar

Alexander Kretschmar

Alexander Kretschmar studierte Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin mit Abschluss der juristischen Zwischenprüfung. Danach schloss sich ein Bachelorstudium im Bereich des Journalismus an. Seither kombiniert er seine beiden Interessensgebiete „Recht“ und „Berichterstattung“ und ist als freier Rechtsjournalist für verschiedene Verbände in Berlin tätig. Schwerpunkt seiner Beiträge bilden vor allem datenschutzrechtliche Fragestellungen sowie Digitalthemen.