GB History: "Industrialisation", "Commonwealth" und "Immigration"

Eine andere Welt: von der Industriellen Revolution bis heute

GB History: Bild: Pfannenschmidt, Dirk

Es ist für uns heute kaum vorstellbar, wie die Welt ohne industrielle Produktion aussah. Die Industrielle Revolution (Industrial Revolution) hat die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, die Arbeitsbedingungen und Wirtschaftsweisen grundlegend und nachhaltig verändert.
Ihren Anfang nahm sie in Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts. Großbritannien wird daher auch als „Mutter der Industriellen Revolution“ bezeichnet. Von dort haben sich neue Produktions- und Arbeitsweisen zunächst in Westeuropa und dann in den USA weiter verbreitet.

Welche Folgen hatte die Industrielle Revolution für die Gesellschaft (society) und Politik (politics) in den letzten 200 Jahren? Die britische Gesellschaft erlebte in diesem Zeitraum den Aufstieg zu einer Weltmacht, aber auch den Verlust an Bedeutung, den Umbau der Industriegesellschaft und durch die Immigration das Entstehen einer multikulturellen (multicultural) Gesellschaft.

Industrial Revolution: begann Ende des 18. Jahrhunderts in Großbritannien.

Die Industrielle Revolution

Du musst dir Großbritannien vor der Industriellen Revolution als ein landwirtschaftlich (agrarian) geprägtes Land vorstellen. Die meisten Menschen wohnten in Armut (poverty) auf dem Land (in the countryside) und waren Bauern. Die Menschen stellten ihre Waren größtenteils zu Hause mit einfachen Werkzeugen und Maschinen her. Die Erfindung der Dampfmaschine (steam engine) in Großbritannien ermöglichte die Herstellung von einer größeren Zahl von Produkten durch Maschinen.

Was begünstigte diese Entwicklung in Großbritannien?

Es spielen mehrere Gründe eine Rolle, warum die Industrielle Revolution in Großbritannien ihren Ursprung hat:

  • Das Land hatte Kohlevorkommen als Rohstoff für die Maschinen.
  • Die politische Situation war recht stabil.
  • Großbritannien war eine der führenden Kolonialmächte im 17./ 18. Jahrhundert mit der Folge, dass zum einen Rohstoffe aus den Kolonien verfügbar waren und zum anderen die britischen Produkte in den Kolonien gut verkauft werden konnten. Die Unternehmer und Händler sahen sich gezwungen, ihre Produktionsweisen besser und kostengünstiger zu machen und entwickelten die maschinelle Herstellung von Waren.

GB History:

Was änderte sich durch die Industrielle Revolution?

Maschinen ersetzten die menschliche Arbeitskraft und konnten Waren in Massen produzieren. Insbesondere die Textil- und Stahlindustrie und das Transportwesen unterlagen einem grundlegenden Wandel. Durch die erhöhte Produktion nahm der Lebensstandard (standard of living) insbesondere für die obere und Mittelschicht zu. Die Arbeiter (workers) hingegen konnten kaum ihren Lebensunterhalt verdienen (make a living). Geringe Löhne (wages), Kinderarbeit (child labour), Unterernährung (malnutrition) und überfüllte Wohnungen (overcrowded housing) waren an der Tagesordnung. Dies hielt die Menschen vom Land nicht davon ab, in die Städte abzuwandern (migrate). Die Bevölkerung (population) in den Städten wuchs sehr schnell. Erst Ende des 19. Jahrhunderts verbesserten sich die Bedingungen für die Arbeiter.

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Die Hochzeit des British Empire

Mit der Industriellen Revolution erlebte das britische Weltreich (British Empire) seine Blütezeit. Es erstreckte sich im 19. Jahrhundert über alle Kontinente. Zu den Gebieten, die abhängig von der Herrschaft des Vereinigten Königreiches waren, zählten Mandatsgebiete, Dominions, Kronkolonien oder Protektorate. Hervorgegangen waren diese Gebiete aus englischen Handelsposten oder Überseegebieten. Zur Zeit seiner größten Ausdehnung umfasste es über 450 Millionen Menschen – das entsprach etwa einem Viertel der damaligen Weltbevölkerung. Die Weltmacht bestimmte die Weltpolitik, vermittelte in Konflikten und führte erfolgreiche Kriege.

Sieh dir dazu den Film über das British Empire an:


1837 bestieg Königin Victoria den Thron, die bis 1901 Staatsoberhaupt blieb. Diese Zeit wird auch als das „Viktorianische Zeitalter“ bezeichnet.

The Commonwealth

Niedergang des British Empire

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen die britischen Kolonien, sich von dem Vereinigten Königreich zu lösen, und leiteten damit den Niedergang des Empire ein. Kanada, Australien und Neuseeland erreichten auf friedlichem Wege ihre Unabhängigkeit (independence). In anderen Kolonien (colonies) war das Streben nach Unabhängigkeit jedoch mit Konflikten und Rebellionen verbunden. Gründe für die Veränderungen waren unter anderem Unzufriedenheit mit der britischen Herrschaft, wachsender Nationalismus (nationalism) sowie ethnische und kulturelle Konflikte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann mit der Unabhängigkeit Indiens und Ghanas die große Welle der Entkolonialisierung (decolonisation) der britischen Kolonien.


Gründung des Commonwealth

Die ehemaligen britischen Kolonien haben sich 1949 zum „Commonwealth of Nations“ zusammengefunden, einer Organisation von 53 Mitgliedsstaaten (member states). Den Vorsitz der Organisation hat die englische Königin. Die Gemeinschaft dieser Staaten verbindet eine gemeinsame Sprache, Kultur, Geschichte sowie die gemeinsamen Werte von Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, die in der Commonwealth Charta niedergeschrieben sind. Alle zwei Jahre treffen sich die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zu Gesprächsrunden. Alle vier Jahre finden die Commonwealth Spiele, ein Sportwettkampf, statt.

1949: Gründung des Commonwealth of Nations.

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Zuwanderung nach Großbritannien

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die britische Wirtschaft einen Boom, wodurch die Nachfrage nach Arbeitern in der industriellen Produktion stark anstieg. Die Briten konnten den Bedarf nicht mehr abdecken, so dass Arbeiter aus anderen Ländern angeworben wurden. In den 1950er Jahren kamen vor allem Menschen aus den ehemaligen Kolonien wie Indien, Pakistan oder der Karibik. Um die Arbeit in Großbritannien aufzunehmen, benötigten sie kein Visum (visa). Die Anwerbung billiger Arbeitskräfte aus den ehemaligen Kolonien war daher für die Unternehmen sehr attraktiv. Sie machten den größten Teil der Zuwanderer (immigrants) aus.
In den 1960er Jahren wurden vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise die Bedingungen für die Zuwanderung erschwert. Zwischen 1962 und 1971 verabschiedete die britische Regierung mehrere Gesetze, die die Einwanderung aus den „Commonwealth-Ländern“ schwieriger machten. Dennoch hielt der Zuzug von Menschen aus den ehemaligen Kolonien nach Großbritannien an, teils als Familiennachzügler, teils als politische Flüchtlinge.

Heute beträgt der Anteil der ethnischen Minderheiten rund 6%. Das mag sich sehr wenig anhören, doch werden als ethnische Minderheiten nur die sogenannten „Nicht-Weißen“ aus den ehemaligen Kolonien in Asien, Indien und der Karibik bezeichnet. Von Beginn an hat die britische Regierung versucht, die Einwanderer in die Gesellschaft zu integrieren (integrate). Durch die Zuwanderung ist die britische Gesellschaft multikulturell.

GB History: Bild: BMW AG

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Folgen der Zuwanderung

Ähnlich wie in Deutschland siedelten sich die Einwanderer vor allem in Randbezirken in den Großstädten an. Hier waren die Arbeitsmöglichkeiten besser und die Wohnungen preiswerter. So kam es zu einer Konzentration von Zuwanderern in bestimmten Stadtvierteln, zu einer räumlichen Trennung (segregation) zur Mehrheitsgesellschaft. Mit der Wirtschaftskrise in den 1960er Jahren stieg die Arbeitslosenquote unter den Zuwanderern an, viele Stadtviertel wurden zu Problemgebieten mit sozialen Spannungen.

In einigen Londoner Vierteln liegt die Arbeitslosenquote (unemployment rate) heute bei mehr als 50 Prozent.

In den Großstädten Großbritanniens ist eine große Sprachen- und Religionsvielfalt entstanden. Im Großraum London werden fast 200 unterschiedliche Muttersprachen gesprochen.

Auch wenn rund 50 Prozent der ethnischen Minderheiten in Großbritannien über die britische Staatsbürgerschaft (citizenship) verfügen, ist ein Großteil dieser Bevölkerungsgruppen nach wie vor sozial und wirtschaftlich benachteiligt. Die drohenden Konfliktpotentiale sind eine der großen Herausforderungen der britischen Gesellschaft in der Zukunft.



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