17.07.2020

Sprachgebrauch auf Social Media

Smartphone-Bildschirm. Man sieht die Apps Facebook und Twitter

Emojis sind aus der schriftlichen Kommunikation in den sozialen Netzwerken nicht mehr wegzudenken. Sie schmücken unsere Textnachrichten mit kleinen Bildchen und können sogar ganze Wörter ersetzen. Wie wirkt sich das auf unseren Sprachgebrauch aus und was sind allgemeine, typische Merkmale von Sprachgebrauch auf Social Media?

Schnelligkeit

Social Media lebt von Schnelligkeit. Es geht darum, was jetzt gerade passiert – um das aktuelle (Welt-)Geschehen. Das ist insbesondere bei Twitter so: Ein Tweet dient häufig als Momentaufnahme eines Gedankens. Doch Schnelligkeit kann auch leicht zu Unachtsamkeit führen. Die Wörter werden schnell getippt und direkt gepostet, ohne sich den Text noch einmal durchzulesen. Dadurch können sich auch schnell mal Rechtschreibfehler einschleichen und auch auf Groß- und Kleinschreibung sowie auf eine korrekte Zeichensetzung wird dann nicht immer geachtet.

Kurz und knapp

Ein Tweet auf Twitter ist auf 280 Zeichen begrenzt – zu Beginn hatte man sogar nur 160 Zeichen zur Verfügung. Das ist nicht viel, deshalb lautet die Devise: In wenig Zeichen möglichst viel Inhalt unterbringen. Das gelingt mit kurzen und einfachen Sätzen. Häufig werden dafür auch Artikel und Pronomen weggelassen und der Satz wird zu einem Fragment. So kann eine Frage zum Beispiel lauten: „Später Park?“ Das kann auch schnell zu Missverständnissen führen, besonders wenn der Kontext nicht klar ist.

Abkürzungen

Um weniger Zeichen zu verbrauchen, werden häufig Abkürzungen verwendet. Meistens setzen sie sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter zusammen. Solche Abkürzungen nennt man Akronyme. Gängige Beispiele sind:

  • LOL = Laughing Out Loud (lauthals lachen)
  • ASAP = As Soon As Possible (so schnell wie möglich)
  • BTW = By The Way (übrigens)
  • ATM = At The Moment (momentan)
  • OMG = Oh My God (Oh mein Gott)Erstellung eines Twitter-Beitrags
  • OT = Off Topic (Hinweis darauf, dass etwas nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat)

Es können aber auch Buchstaben und Zahlen verwendet werden, um ganze Silben zu ersetzen:

  • 4U = for you (für dich)
  • CU =see you (Tschüß)
  • gr8 = great (großartig)
  • me2 = me too (ich auch)
  • y? = why? (warum?)

Was mit der englischen Sprache funktioniert, funktioniert aber auch in der deutschen Sprache:

  • Gute N8! = Gute Nacht!
  • m1 = meins

Emojis

Screenshot vom Erstellen eines Instagram-BeitragsEmojis sind bildliche Symbole, die Emotionen, Tätigkeiten oder Gegenstände repräsentieren sollen. Anfangs konnten mit ihnen vor allem Gefühlsäußerungen bildlich dargestellt werden. In den letzten Jahren sind dann immer mehr Emojis hinzugekommen und die Auswahl wird sicherlich noch weiter wachsen. Die kleinen Bildchen von Essen, Tieren oder Verkehrsmitteln können die geschriebenen Worte bildlich untermalen oder aber auch ganze Wörter ersetzen. Auf Twitter kann das eine Möglichkeit sein, Zeichen zu sparen.

Wichtig ist dabei zu bedenken, dass das auch schnell mal zu Missverständnissen führen kann, wenn Emojis unterschiedlich interpretiert und verwendet werden. Bei einem Emoji von einem Hund ist die Gefahr eines Missverständnisses natürlich eher gering, aber umso größer ist sie bei denen, die zur Darstellung von Emotionen dienen.

 

Bildquelle: Pixabay

  • LoboStudioHamburg

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Mandy Fleer

Mandy studiert Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt an der TU Braunschweig. Sie absolviert ein Praktikum bei der Westermann Verlagsgruppe im Bereich der digitalen Medien und unterstützt dort das Team von kapiert.de.