13.08.2018

Ratgeber: Wie Schüler richtig lernen und Spaß dabei haben

besser lernen Schülerin mit Buch

Effektiv lernen ist keine Selbstverständlichkeit. Vielen Schülern fällt es schwer, sich nach der Schule an den Schreibtisch zu setzen und sich den Schulstoff mühsam einzuprägen. Doch mit einigen Tipps ist es nicht notwendig, jeden Tag unzählige Stunden ins Lernen zu investieren. Sie gestalten das Lernen überdies angenehmer, sodass Schüler, die zuvor beim Gedanken an das Lernen Stress verspürten, mehr Freude und Motivation erfahren.

Einen To-do-Plan erstellen:

Eine Lernphase beginnt nicht mit dem Auswendiglernen von Karteikarten, sondern mit einem knallharten Lernplan inklusive einzuhaltenden Deadlines. Schüler sollten überlegen, wie viel Zeit sie täglich für das Lernen aufwenden können, und strukturieren den Plan dementsprechend. Der Plan besteht idealerweise aus übersichtlichen Lerneinheiten, lässt aber dennoch genügend Raum für Freizeit. Es ist sinnvoll, „gefürchtete“ Themen oder Problemfächer wie beispielsweise Mathematik den Vortritt einzuräumen, sprich: diese Fächer als Erstes anzugehen. Jede erfolgreich absolvierte Lerneinheit haken die Schüler ab. Sie behalten dadurch den Überblick und sehen, wie gut oder schlecht sie in der Zeit liegen.

Praktische Übungen, YouTube-Videos und Gehirnjogging integrieren

Den Schulstoff zu wiederholen, gelingt nicht nur mit einem Blick in den Hefter, sondern ebenfalls mit praktischen Online-Plattformen wie YouTube & Co. Wenn der Lehrer den Schulstoff zu schnell erläutert oder die eigenen Aufzeichnungen unlesbar sind, helfen Clips, Dokumentationen, Vorträge sowie Tutorials dabei, den „versäumten“ Stoff anschaulich aufzunehmen.

Eine weitere Möglichkeit, geistig fit und lernfähig zu bleiben, bietet das Gehirnjogging. Gemäß den Angaben auf Lexikon.stangl.eu erfand Siegfried Lehrl das mentale Aktivierungsprogramm für das Gehirn, welches folgende Effekte erzielt:

  • Merkfähigkeit des Gehirns erhöht und verbessert sich mit den anspruchsvollen Übungen.
  • Die Fähigkeiten des Multitaskings verbessern sich. Es fällt den Menschen leichter, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen.
  • Das Gehirn lernt dank der Übungen, schneller auf äußere Reize zu reagieren.
  • Wörter lassen sich mithilfe des Gehirnjoggings schneller finden.

Praktische Aufgaben und Methoden, um Gehirnjogging zu betreiben, gibt es viele. Kinder und Jugendliche können beispielsweise mit Büchern, Zahlen- und Kreuzworträtseln, Sudokus, intelligenten Videospielen oder bei diesem Test auf Mein-wahres-Ich.de ihr Gedächtnis effektiv trainieren. Mit dem richtigen Training, das auf den eigenen Bildungsstand abgestimmt ist, genügen wenige Minuten am Tag, um die mentalen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern.

Wohltuende Atmosphäre zum Lernen herstellen

Kinder und Jugendliche nehmen den Schulstoff besser auf, wenn sie in einer stressfreien und für sie angenehmen Umgebung lernen. Die richtige Arbeitsatmosphäre ist in diesem Sinne das A und O, denn ein unaufgeräumter Schreibtisch vergrößert die Leere im Kopf.  Sieht der Schreibtisch einladend aus, bereitet das Lernen den Schülern mehr Freude, da sie diesen Ort fortan mit positiven Erinnerungen verbinden. Lernumgebung Tritt eine Lernblockade auf, hilft ein sportliches Training, ohne Stress schnell den Kopf freizubekommen.

Lerntyp erkennen und gezielt fördern

Je früher Kinder, Jugendliche und Erwachsene herausfinden, welchem Lerntyp sie angehören, umso effektiver können sie diese Erkenntnisse fortan im Leben einsetzen, um Wissen leichter aufzunehmen. Zwar gibt es wissenschaftlich betrachtet keinen handfesten Beweis, dass diese Lerntypen tatsächlich existieren. Jedoch ordnen sich Schüler auf Portalen wie wissen.de  verschiedenen Lerntypen zu, und der Autor Frederic Vester wandte den Begriff in seinem 1975 erschienenen Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ erstmals an. Diese vier Lerntypen lassen sich allgemein voneinander abgrenzen:

Visuelle Lerntypen: Menschen, die visuell lernen, benötigen visuelle Reize. Sie speichern das Wissen am besten ab, indem sie mit Grafiken, Lernpostern oder Mindmaps lernen.

Auditive Lerntypen: Auditive „Lerner“ erwerben neues Wissen beim Zuhören. Sie bewegen ihre Lippen, wiederholen das Gelernte und lesen die Texte in einer für sie behaglichen Umgebung laut vor. Um diese Lerntypen zu fördern, eignen sich Kassetten, Gespräche oder Vorträge, bei denen diese Menschen ihr Wissen hören und vertiefen.

Motorische Lerntypen: Schüler, die zu diesem Lerntyp gehören, nehmen anhand von praktischen Übungen neues Wissen auf. Für sie gilt das Prinzip „learning by doing“. Dies gelingt beispielsweise mit dem Einsatz von experimentellen Baukästen, Rollenspielen oder anderen Gruppenaktivitäten.

Kommunikative Lerntypen

Kommunikative Lerntypen: Kommunikative Menschen sprechen, sprechen und sprechen. Sie lernen, indem sie sich mit anderen Menschen austauschen und über den Stoff reden. Dies ist beispielsweise in anregenden Gruppendiskussionen, in vertraulichen Dialogen oder bei kreativen Lernspielen möglich.  TIPP: Der Lerntypentest von kapiert.de


Belohnungen motivieren

Menschen spornt es an, für ihren Erfolg belohnt zu werden – egal, wie jung oder alt sie sind. Bereits Kinder sind motiviert, sobald sie wissen, dass sich ihre Bemühungen in irgendeiner Form für sie auszahlen. Studien zufolge ist der „Hippocampus“, ein wichtiger Teil vom limbischen System, aktiver, sobald es um eine Belohnung geht. Er ist unter anderem dafür zuständig, die Informationen im Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu befördern. Wenn ein Mensch für seine Mühen belohnt wird, strengt er sich demzufolge nicht nur mehr an, sondern merkt sich die Dinge besser. Kleine Dinge erschaffen mit einer dementsprechenden Willenskraft große Motivationsschübe. Ein Wecker, den junge und alte Menschen zum Lernen einstellen, spornt an, die eingestellte Zeit unter allen Umständen einzuhalten. Schüler haben mit diesem Kniff ein kleines Ziel vor Augen und zeigen sich motiviert, wenn sie vor der veranschlagten Zeit fertig sind.

Den Biorhythmus kennen und lieben lernen

Entgegen dem eigenen Biorhythmus zu lernen, ist keine gute Idee. Nicht umsonst erreichen sogenannte „Lerchen“ in den Morgenstunden viel. Ihnen macht es nichts aus, beizeiten aufzustehen und gut gelaunt in den Tag zu starten. Sie erzielen vormittags sowie am frühen Nachmittag die besten Ergebnisse des Tages. Den „Eulen“ graut es schon bei der Vorstellung, früh aufzustehen und zeitig ins Bett zu gehen. Sie sind nachmittags und in den späten Abendstunden, oft bis tief in die Nacht fit und aktiv. Für Kinder und Jugendliche ist dieses Wissen eine gute Chance, um effizient zu lernen. Sie notieren sich jeden Tag, wie fit und konzentriert sie sich vormittags und nachmittags fühlen und bestimmen anhand dessen die Phasen, in denen sie sich am besten konzentrieren können.

Im Schlaf lernt es sich gut

Ein altes Sprichwort besagt, der Mensch solle „erst einmal eine Nacht darüber schlafen“. Während Menschen schlafen, verlagern sie die Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Es lohnt sich, den relevanten Schulstoff kurz vor dem Einschlafen erneut zu überfliegen und ihn als „Zwischenspeicher“ mit ins Reich der Träume zu nehmen. Nicht empfehlenswert ist laut Wissenschaftlern hingegen das „Last-minute-Lernen“ einen Tag vor der Prüfung. Empfehlenswerter ist es, die Unterlagen grob zu überfliegen, um sich Zahlen und Schlagwörter erneut ins Gedächtnis zu rufen.

 

Pixabay.com © Free-Photos  (CC0 Creative Commons)

 

 


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Sylke Kilian

Sylke Kilian

Sylke ist für das Marketing bei kapiert.de zuständig. Sie hat in Braunschweig und Hannover Germanistik und BWL studiert. Vor dem Einstieg bei der Westermann Verlagsgruppe als Produktmanagerin für Digitale Medien war sie im Marketing verschiedener IT-Firmen tätig.

Kommentare

Hey,

das mit dem Lerntypen finde ich optimal! In der Schule wird das leider nicht so praktiziert. Darum sollte man sein Kind wohl viel ausprobieren lassen wie es dich den Stoff selbst gut erarbeiten kann. Ob durch Üben, Anschauen, Lesen oder sonstiges. Und wenn man dann erkennt hat was am besten funktioniert, das Kind dann in diese Richtung fördern!

Super!

Grüße Daidi

 
 

Tolle Tipps – einzig mit den Lerntypen habe ich Schwierigkeiten. Dass es diese klar voneinander abgegrenzten Lerntypen gibt, ist längst wissenschaftlich und empirisch überprüfbar widerlegt. Aus lernpsychologischer und neurophysiologischer Sicht ist es am besten, wenn über mehrere Lernkanäle (die gibt es natürlich) gelernt wird, damit im Gehirn ein breites Aktivierungsmuster entsteht.

Als Lern- und Prüfungscoach merke ich in meiner täglichen Praxis: Nur im Team sind die vier Lernkanäle unschlagbar! 🙂

 
    

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