Dramatische Texte untersuchen: Figurenrede

Was sind Regieanweisungen?

Schau dir folgenden Auszug aus dem Drama „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller an.

Welche Informationen erhältst du über die kursiven Texte?

Maria Stuart (Erster Aufzug, Fünfter Auftritt)

Friedrich Schiller

Die Vorigen. Mortimer scheu hereintretend.

Mortimer ( zur Amme ).
Entfernt Euch, haltet Wache vor der Tür,
Ich habe mit der Königin zu reden.

Maria ( mit Ansehn ).
Hanna, du bleibst.

Mortimer.
Habt keine Furcht, Mylady. Lernt mich kennen. ( Er überreicht ihr eine Karte. )

Maria ( sieht sie an und fährt bestürzt zurück ).
Ha! Was ist das?

Mortimer ( zur Amme ).
Geht, Dame Kennedy.
Sorgt, dass mein Oheim uns nicht überfalle!

Maria. ( zur Amme, welche zaudert und die Königin fragend ansieht ).
Geh! Geh! Tu, was er sagt.

( Die Amme entfernt sich mit Zeichen der Verwunderung. )

Sprechtext und Regieanweisungen

Der Text eines Theaterstücks besteht aus zwei ganz unterschiedlichen Teilen:
Am wichtigsten sind die Dialoge, d. h. der Sprechtext, den die Schauspieler auf der Bühne sagen sollen.
Im Text steht der Name der Figur und nach dem Punkt oder Doppelpunkt das, was sie spricht.
Darauf folgt, wie in einem echten Gespräch, die Antwort einer anderen Figur.
Redet eine Figur längere Zeit allein, nennt man dies Monolog.

Meist drucktechnisch mit einer anderen Schriftart davon abgesetzt stehen die Regieanweisungen. In ihnen macht der Autor des Theaterstücks über den Dialog hinaus weitere Angaben.

Worüber informieren Regieanweisungen?

Folgende Informationen kannst du den Regieanweisungen entnehmen:

  • Angaben zu Ort und Zeit
  • Verhalten der Figuren: Was tun sie? Wie und wohin bewegen sie sich?

Beispiel: Mortimer scheu hereintretend.


  • Mimik, Gestik und Körperhaltung der Figuren:
    Mit welchem Gesichtsausdruck sprechen sie?
    Welche Bewegungen machen sie?
    Wie ist ihre Körperhaltung?

Beispiel: sieht sie an und fährt bestürzt zurück


  • Sprechweise der Figuren:
    Wie sprechen die Figuren, z. B. erzürnt, erschrocken, fröhlich etc.?

Beispiel: zur Amme, welche zaudert und die Königin fragend ansieht

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Regieanweisungen nutzen

Die Informationen aus den Regieanweisungen erleichtern dir, die Zusammenhänge im Theaterstück/Drama besser zu verstehen.
Sie geben dir Aufschluss darüber, was geschieht und in welcher inneren Verfassung sich die Figuren befinden.

Die Regieanweisungen helfen aber auch bei der szenischen Umsetzung eines Theaterstücks: Mit Hilfe der Regieanweisungen erhält der Regisseur des Theaterstücks, also derjenige, der den Schauspielern sagt, wie sie die Szene spielen sollen, Hinweise, wie der Autor die Szene gern gespielt hätte.

Regieanweisungen ergänzen

Wenn du eine Rolle in einem szenischen Spiel oder einer szenischen Lesung lebendig und glaubwürdig spielen willst, musst du die Gefühle und Absichten der dargestellten Figuren genau kennen.
Dazu musst du zunächst die Spielvorlage genau lesen.

Folgende Fragen sind dir dabei hilfreich:

  • Worüber reden die Figuren?
  • Welche Positionen vertreten sie jeweils?
  • Wie hat die Autorin / der Autor das in den Regieanweisungen deutlich gemacht?

Als Vorbereitung für das Theaterspiel kannst du z. B. vorhandene Regieanweisungen mit weiteren Hinweisen zu deiner Figur ergänzen.
Oder, wenn es sich z. B. nicht um einen szenischen Text handelt, eigene Regieanweisungen einfügen.



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