30.09.2020

Schulische Medienbildung neu gedacht – Basis für spätere Berufe

Kinder und Neue Medien – das richtige Maß ist entscheidend.

Aus dem heutigen Alltag sind Medien nicht mehr wegzudenken. Die Intensität des Konsums und die Vielfältigkeit der (mobilen) Geräte hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich gewandelt. Innovationen bei mobilen Endgeräten trugen entscheidend dazu bei, dass wir nun unterwegs Filme schauen, Nachrichten sehen oder uns für Beruf und Schule weiterbilden.

Medienbildung schon im Kindergarten beginnen?

Während früher noch die gebundenen Ausgaben der Märchen der Gebrüder Grimm zum Vorlesen dienten, finden sich heute in den Kinderzimmern Geschichten im anderen Format. Eltern speichern nämlich auch Kinderliteratur ganz komfortabel auf ihrem mobilen Endgerät: Statt schwere Bücher zu schleppen oder die Regale damit zu füllen, gibt es die Bücher praktisch per Mausklick. Auch die Kinder selbst machen mittlerweile schon zahlreiche Medienerfahrungen. Hörspiele, vertonte Bilderbücher, Lern- und Spiele-Apps – die ersten Erfahrungen mit kreativen Medien geschehen schon früh. Wichtig ist es, dass Eltern ihre Kinder mit dem Medienkonsum nicht allein lassen, sondern die mediale Erfahrung dosieren und gezielt steuern.

Pädagogisch wertvoll oder nicht? – Eltern sind gefragt

Kreative Medien können die Fantasie der Kinder beflügeln, wenn sie richtig dosiert eingesetzt werden. Auch das spielerische Erlernen im Umgang mit neuen digitalen Medien für Kinder kann im jungen Alter beginnen, bestenfalls nach einem Familien-Konzept. Das Projekt „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ bietet beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zahlreiche Tipps für die mediale Nutzung bei Kindern. Eltern können sich kostenlos Tipps holen, um den Medienumgang zu verbessern.

Digitalisierung macht Schule und die Kids fit für die Zukunft

Die schulische Bildung hat in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel erfahren. Nicht zuletzt durch den Digitalpakt Schule: Insgesamt stellt der Bund seit 2019 fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung. Aber auch die Lerninhalte müssen angepasst werden damit die Schülerinnen und Schülern mit der rasanten Digitalisierungsentwicklung Schritt halten können.

Schon 2016 beschloss die Kultusministerkonferenz eine Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, die seither konsequent daran arbeitet, dass Bildungsinhalte die digitalisierte Welt und den Umgang damit thematisiert, um die Kinder im sichere Umgang zu schulen und fit für das Berufsleben zu machen. Schülerinnen und Schüler müssen also nicht nur lernen, wie man für das Referat eine PowerPoint Präsentation erstellt, sondern müssen auch lernen, sich sicher im Internet oder in sozialen Netzwerken zu bewegen.

Berufschancen durch Digitalisierung nutzen: Darum ist digitales Wissen bereits in der Schule so wichtig

Bereits im Kindergarten oder der Grundschule sollten Eltern ihren Nachwuchs für die digitalen Inhalte und den Umgang mit Neuen Medien sensibilisieren. Im weiteren Verlauf der schulischen Bildung nimmt die Anzahl der digitalisierten Medien weiter zu. Auch der berufliche Werdegang wird durch digitale Medien geprägt, denn selbst in der Berufsschule bei handwerklichen Ausbildungen kommen sie zum Einsatz.

Durch den digitalen Wandel haben sich aber auch völlig neue Berufe entwickelt. Mittlerweile gibt es Konzepte für digitales Lernen, Feel Good Manager oder virtuelle Assistenten. Wer in diesen Tätigkeitsfeldern arbeiten möchte, benötigt das richtige Handwerkszeug. Während ein Klempner beispielsweise den Umgang mit Hammer, Rohrzange oder Dichtungen aus dem FF beherrschen muss, lernen virtuelle Assistenten, wie sie mit smarten Programmen zur Textverarbeitung, zur Websitegestaltung und Co. umgehen.

Digitalisierung für Karriere nutzen. Smart lernen.

Die Digitalisierung in Unternehmen steigt rasant an. Nicht nur Großunternehmen, sondern auch der Mittelstand setzt auf smarte Software. Eine große Zahl klassischer Berufsbezeichnungen muss also heutzutage in der Lage sein, mit spezifischen Programmen umzugehen. Einerseits werden viele Arbeitsschritte, die früher auf Papier durchgeführt wurden, nun digital erledigt. Andererseits haben moderne Systeme viel Neues ermöglicht, was den Berufsalltag stark verändert hat.

Mit dem Bedienen von Windows im Alltag hat das nur wenig zu tun – und Schulen bereiten Kinder noch zu wenig auf das Benutzen professioneller Software, sei es nur Excel, vor. Je besser solche Werkzeuge grundlegend verstanden werden, desto leichter fällt der Einstieg in den Berufsalltag damit. Auch ist es deutlich einfacher, ein anderes System zu benutzen, wenn einmal Zweck und Funktionsweise eines Programms verstanden werden.

Die wichtigsten Kandidaten wären hier wohl ERP-Programme (im Grund erweiterte Warenwirtschaftssysteme), CAD (technisches Zeichnen am Computer), CRM-Tools (Kunden- und Auftragsmanagement) oder CMS-Systeme zur Verwaltung digitaler Inhalte.

Damit solche spezifischen Softwarelösungen für Unternehmen optimal durch die unternehmenseigenen Mitarbeiter genutzt werden können, ist digitales Geschick gefragt. Die Grundsteine dafür werden nicht erst im Berufsleben oder der Berufsausbildung gelegt, sondern bereits in der schulischen Ausbildung.

Da auch viele Eltern noch nicht mit der Vielzahl an digitalen Systemen aus dem modernen Arbeitsleben vertraut sind, beziehungsweise nur mit denen, die sie selbst im Beruf benutzen müssen, ist es eine wichtige Aufgabe von Schulen, Kindern diese Fähigkeiten näherzubringen. Neben Grundkenntnissen wie Word und PowerPoint, die insbesondere auch für angehende Studenten nochmal sehr wichtig werden, sollten auch professionellere Anwendungen einen Platz im Schulalltag haben.

 

 

Bildquelle: Pixabay

  • geralt

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Sophia Farroukh

Sophia Farroukh

Sophia studiert Lehramt für die Fächer Englisch und Politik & Wirtschaft an der Philipps-Universität Marburg. Sie absolviert ein Praktikum bei der Westermann Verlagsgruppe im Bereich der digitalen Medien und unterstützt dort das Team von kapiert.de.