08.11.2018

Reisetipp: Rom mit Kindern und Teenies – Tipps für eine gelungene Reise

Da sind doch nur alte Steine? Was wollt ihr da machen?– solche Fragen waren vor dem Trip nach Rom vielerorts zu hören. Und trotzdem stand Rom schon lange auf der Liste unserer Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski und ihren Kindern. Im Oktober 2018 machten sie sich auf den Weg – und fanden dort Altes und Neues, das Familien mit Kindern und Teenies lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Allgemeines

Die italienische Hauptstadt Rom ist ein beliebtes Reiseziel. Im Sommer kann es hier schon einmal zu warm werden – und es ist einfach überlaufen. Besser eignen sich die milderen Monate im Frühjahr und Herbst für eine Reise in die „Ewige Stadt“. Auch dann sind hier noch viele Touristen unterwegs, sodass man auf jeden Fall für die Sehenswürdigkeiten vorab Tickets besorgen sollte, mit denen man an den Warteschlangen vorbei in die Örtlichkeiten hinein kommt. Dies ist auf jeden Fall lohnenswert im Kolosseum, im Forum Romanum und im Vatikan. Verschiedene Anbieter wie der Roma Pass bieten freien oder vergünstigten Eintritt in Museen und andere Sehenswürdigkeiten.

Mit der englischen Sprache kann man sich in Rom hervorragend bewegen. Es ist aber auch hilfreich, an manchen Stellen kleine italienische Brocken einzuwerfen – sei es eine Begrüßung oder eine kleine Redewendung.

In Rom kann man sowohl öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, U-Bahnen oder die Tram nutzen, doch kommt man sehr gut innerhalb des Stadtkerns zu Fuß vorwärts. Es lohnt sich, eine Stadtrundfahrt in einem der Doppeldeckerbusse zu unternehmen. Wenn man im Stadtzentrum wohnt, so ist es sogar sinnvoll, eine mehrtägige Bustour zu buchen, um dann gemütlich die einzelnen Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

 

Kolosseum und Co

Bereits in Deutschland hatten wir uns entschlossen, die Führung „Asterix in Rom“ über RomaCulta zu buchen. Die deutschsprachigen Kulturvermittler haben sich seit über zehn Jahren darauf spezialisiert, interaktive Familienführungen anzubieten, bei denen die Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen.

Wir waren gemeinsam mit drei weiteren Familien mit Alessandro Canestrini unterwegs, der innerhalb von drei Stunden sehr aufmerksam und absolut altersgerecht auf die insgesamt acht Kinder und Jugendlichen vom Grundschulalter bis zum mittleren Sekundarstufenalter eingegangen ist. Die Führung begann am Kolosseum und ging über den Palatin bis zum Forum Romanum, dem Zentrum der Macht im Alten Rom. Auch wenn die Führungen zunächst kostenintensiver scheinen als reguläre Führungen, die individuelle Ansprache in der kleinen Gruppe hilft, alle Kinder und Jugendlichen – und natürlich auch die Erwachsenen – so bei Laune zu halten, dass die komplexen historischen Inhalte lebendig und spannend werden.

Webtipp zur Planung: www.romaculta.com

Neben der Stadtführung haben wir Rom auf eigene Faust erkundet. Wenn die Füße müde werden, so gibt es an fast jeder Ecke eine Gelateria. Das Angebot ist so weit gefächert und auch so unterschiedlich, dass man am Ende sich nicht entscheiden kann, welches Eis am besten war.

In Seitengassen gibt es viel zu erkunden – und es wird oftmals touristenleer. Die meisten Touristen tummeln sich an den Hotspots der Hauptstadt.

Wir haben natürlich die Spanische Treppe besucht und den Brunnen Fontana di Trevi. Am beeindruckendsten war aber ein Ausflug zum Aventin, einem der römischen Hügeln. Fernab der Touristenstrecken kletterten wir die zahlreichen Stufen zu dem stillen Park Parco Sant’Alessio hinauf, von dessen Aussichtsterrasse man einen wunderbaren Blick über Rom genießen kann.

Die Basilika Santa Sabina ist von innen sehr schön – doch, was für eine Überraschung! Draußen war ein Brunnen zu finden, der wie der berühmte Bocca della verità einen Mund hat, in den man die Hand stecken kann – ob der wohl auch überprüft, ob man die Wahrheit sagt?

Das von vielen Reiseführern genannte Schlüsselloch Buco di Roma bietet zwar in der Tat einen wunderschönen Blick, doch finden sich hier wieder zahlreiche Touristen, die in einer Schlange stehen, um einen Blick durch das Schlüsselloch zu erhaschen.

 

Rom_Kolosseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Vatikanischen Museen

60.000 Besucherinnen und Besucher sind täglich in den Vatikanischen Museen unterwegs. Eine unglaubliche Anzahl – und es kann sehr voll werden. Doch ist es den Ausflug unbedingt wert!

Lohnenswert ist es hier, Tickets vorab zu buchen, die ein „Skip-the-Line“ ermöglichen. So muss man nicht lange anstehen, um in die Museen zu kommen.

www.museivaticani.va/content/museivaticani

Drei Stunden Aufenthalt sollte man hier mindestens einplanen. Drei Stunden Museum mit Kindern und Jugendlichen?

Ja, die Zeit vergeht hier wie im Fluge! Für kleine und große Ägyptenfans bietet die Ägypten-Abteilung viele spektakuläre Exponate, so etwa eine echte Mumie. Auch die berühmten Stanzen Raffaels sind für Alt und Jung sehenswert. Der Rundgang mündet in der Sixtinischen Kapelle, die als Höhepunkt des Besuches bezeichnet werden kann. Die Werke Michelangelos strahlen hier in einer Farbenvielfalt. Doch – Achtung: Fotografieren ist hier strengstens untersagt. Zahlreiche Aufsichtspersonen passen genau auf, dass keine Fotos gemacht werden. Verlassen Sie die Kapelle durch den rechten Ausgang, so gelangen Sie in die Peterskirche.

In den Museen kann man gegen Gebühr Audioguides leihen. Die Kinderführung bietet kurzweilige Informationen für die ganze Familie in Form einer Schatzsuche. Es bietet sich an, diese für alle Familienmitglieder auszuleihen.

Ein besonderes Highlight ist die große Wendeltreppe, die Richtung Ausgang führt. Diese bietet ein beliebtes Fotomotiv.

Und daran denken: Nehmen Sie keinerlei Gegenstände wie etwa große Rucksäcke oder große Schirme sowie Taschenmesser mit. Diese sind in den Museen untersagt.

Im Anschluss an den Museumsrundgang kann man sich in der Cafeteria gut erholen. Ein Muss ist es, eine Postkarte aus dem Vatikan mit der Vatikanpost zu verschicken, die sich am Ausgang befindet. Es gibt sogar eigene Briefmarken und Briefkästen.

 

Rom Sixtinische Kapelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu Fuß durch Rom

Natürlich gibt es noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Rom, so zum Beispiel die Engelsburg, deren Vielfalt Alessandro Canestrini von RomaCulta als „ein Bilderbuch der Geschichte Roms“ bezeichnet. Und auch weitere Kirchen und Museen laden zum Entdecken und Verweilen ein.

Wir waren fünf Tage in der Ewigen Stadt und sind manchmal einfach nur drauflos gelaufen. Hierbei kann man wunderschöne Details entdecken wie etwa witzige Grafittis, verwunschene Hinterhöfe und stylische Geschäfte. Rom bietet Altes und Neues und lädt allerorts ein, dieses für sich zu entdecken. An manchen Orten kann man etwa wilde Papageien in der Natur sehen – und traut den eigenen Augen kaum.

Das tut man auch, wenn man die Malerei in der Kuppel der Kirche Sant’Ignazio di Loyola betrachtet. Was wie eine Kuppel scheint, ist in Wirklichkeit eine täuschend echte 3D-Malerei.

Am letzten Abend waren wir noch im Pantheon. Der Eintritt ist noch kostenfrei, ab 2019 werden voraussichtlich Eintrittsgebühren fällig. Betritt man den berühmten Kuppelbau, verschlägt es einem beinahe den Atem, so erhaben wirkt der Raum, wenn das Licht durch die Kuppel fällt. Was für ein Abschluss der Reise!

 

Unser Fazit: Wir haben viel gesehen, sind am Tag durchschnittlich 14,3 km zu Fuß gelaufen und sind uns sicher – nach Rom kommen wir wieder zurück, auch wenn wir keine Münze in den Trevi Brunnen geworfen haben …

 

„Unser“ Stadtführer Alessandro Canestrini hat für Familien ganz besondere Tipps für den Städtetrip. Dies sind seine Top 3:

1) Das Pantheon um 8:30h in der Früh – das ist „mein“ (ganz einfacher) Geheimtipp. Mal ohne Menschen und mit Stille das Raumgefühl wahrnehmen. Allein im Pantheon stehend vernimmt man die Sphärenklang-Architektur am besten.

2) Die beste Eisdiele: Gelateria Giolitti a Testaccio, via Amerigo Vespucci. Die klassischen Eissorten werden seit 1914 von den Einheimischen besonders gern gegessen.

Hier gibt es keine ausgefallenen Geschmacksrichtungen, nur mit Sorgfalt und Liebe zubereitete Klassiker und keine außergewöhnlichen Kreationen. Für die Kleinen gibt es saisonale Fruchtsorten – und die Großen können zwischen Köstlichkeiten wie Kaffee-, Brontepistazien und dem berühmten Zabaioneeis wählen.

3) Kennen Sie schon den 12 Uhr-Kanonenschuss am Gianicolo-Hügel (Piazza Garibaldi)? Für Kinder immer beeindruckend! Mit der Ausrede, den Schuss anzuschauen, kommt man zum schönsten Ausblick Roms und kann dann Richtung Trastevere vom Hügel runter spazieren. An der Piazza San Cosimato kann man Mittagessen.

 

Bildquellen:

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waldomiguez @ Pixabay


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Alexandra von Plüskow -Kaminski

Alexandra von Plüskow -Kaminski

Alexandra von Plüskow - Kaminski ist Lehrerin. Derzeit arbeitet sie in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis und als Beraterin für Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Sprachbildungszentrum Lüneburg der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Sie war mehrere Jahre in der Lehrkräfte-Ausbildung an den Universitäten Koblenz-Landau und Leuphana Lüneburg tätig und verfasst als freie Fachjournalistin Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

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