12.02.2019

Gut beraten – Wegweiser für Eltern im Gespräch mit Lehrkräften

Gespräch

Das zweite Schulhalbjahr hat begonnen – und die Halbjahreszeugnisse geben einen ersten Trend für den weiteren Lernverlauf Ihres Kindes. Was können Sie tun, um Ihr Kind bestmöglich auf seinem individuellen Lernweg zu fördern und zu fordern? Erste Ansätze für gelungene Beratungsgespräche mit Lehrkräften nennt der folgende Beitrag von Alexandra v. Plüskow-Kaminski.

 

Anliegen

Entweder Sie nehmen ein Gespräch mit der Lehrkraft im Rahmen eines allgemeinen Elternsprechtages wahr oder Sie bitten die Lehrkraft um einen gesonderten Termin. Wichtig ist, dass Sie sich zuvor über das Gesprächsthema Gedanken machen. Was genau ist mein Anliegen? Problematischere Anliegen sollten am besten im Rahmen eines Einzeltermins angesprochen werden. Bei einem allgemeinen Elternsprechtag fehlt hierfür häufig die Zeit, da noch einige andere Eltern auf einen Gesprächstermin nach Ihrem warten.

 

Gut vorbereitet

Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor, indem Sie Ihr Anliegen kurz schriftlich festhalten. Notieren Sie Ihre Eindrücke und auch die Gedanken Ihres Kindes, wenn dieses an dem Beratungsgespräch nicht teilnimmt. Was ist Ihnen wichtig, zu vermitteln? Haben Sie oder Ihr Kind ggf. Lösungsansätze? Sollten Sie Unterlagen mit zu dem Gespräch nehmen, die für die Beratung relevant sind?

 

Im Dialog

Ganz im Sinne einer gemeinsamen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft sollte das Gespräch nun geführt werden. Tragen Sie Ihr Anliegen objektiv vor und bitten Sie die Lehrkraft um ihre Einschätzung. Welche Möglichkeiten gibt es, Ihr Kind auf seinem Lernweg zu begleiten? Sind ggf. weitere Personen oder Maßnahmen nötig, damit dieser Weg optimal gelingt?

Das können beispielsweise die Förderlehrkraft oder Beratungslehrkraft sowie die Sozialpädagogin bzw. der Sozialpädagoge der Schule sein. Vielleicht ist auch ein Besuch bei einem Kinder- bzw. Jugendarzt vonnöten,weil gesundheitliche Aspekte geprüft werden sollen?

Halten Sie gemeinsam das weitere Vorgehen am besten kurz schriftlich fest und verabreden Sie einen weiteren Termin, an dem Sie über diese Vorgehensweise reflektieren und diese ggf. anpassen.

 

Bei der Beratung mit der Lehrkraft Ihres Kindes geht es vorrangig um das Wohl Ihres Kindes und seine gelingende Bildungsbiographie. Dabei bringt die Lehrkraft ihre Expertise als Fachkraft ein und Sie Ihre Expertise als Eltern. Nur in diesem Dialog gestaltet sich so nachhaltig und gelingend ein individueller Lernweg, auf dem Sie gemeinsam mit der Lehrkraft Ihr Kind im Alltag begleiten.

 

 

Checkliste Beratung mit Lehrkräften:

 

  • In welchem Rahmen findet das Gespräch statt?
  • Passt dieser zeitliche Rahmen zum Anliegen?
  • Was möchte ich vortragen? (Stichpunkte)
  • Was möchte mein Kind gerne vorbringen? (Stichpunkte)
  • Welche Lösungswege sehe ich?
  • Wie ist der Eindruck der Lehrkraft?
  • Welche Lösungswege sieht diese?
  • Welches Vorgehen verabreden wir: Wie sollen welche Maßnahmen wann angewendet oder umgesetzt werden?
  • Welche Expertise ist darüber hinaus vonnöten? – So etwa von Kinder- und Jugendärzten, Lerntherapeuten, Sozialpädagogen, Beratungslehrkräften …
  • Wann tauschen wir uns erneut über das Vorgehen aus und passen dies ggf. an?

 

 

Bildquelle

jamesoladujoye @ pixabay


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Alexandra von Plüskow -Kaminski

Alexandra von Plüskow -Kaminski

Alexandra von Plüskow - Kaminski ist Lehrerin. Derzeit arbeitet sie in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis und als Beraterin für Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Sprachbildungszentrum Lüneburg der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Sie war mehrere Jahre in der Lehrkräfte-Ausbildung an den Universitäten Koblenz-Landau und Leuphana Lüneburg tätig und verfasst als freie Fachjournalistin Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

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