Buchtipp Meersalzküsse (ARENA-Verlag)

Dank einer Fünf in Englisch verbringt Emma die Sommerferien in St. Peter-Ording an der nordfriesischen Küste, um Englisch zu pauken und den Babysitter für ihre kleine Schwester zu spielen. Der Horror, findet Emma. Bis sie Jannis kennenlernt, einen Jungen aus ihrem Kurs. Doch Emma wird aus dem geheimnisvollen Musiker einfach nicht schlau, er ist so wechselhaft wie Ebbe und Flut. Mal sucht er ihre Nähe, dann stößt er sie wieder von sich. Es ist zum Verrücktwerden! Doch dann kommt Emma Jannis' tragischem Geheimnis auf die Spur, das alles in ein neues Licht taucht.

(Tanja Janz im Interview mit kapiert.de zu ihrem neuen Jugendbuch)

kapiert.de: Liebe Frau Janz, im ARENA Verlag ist ihr neuestes Buch, „Meersalzküsse“ erschienen. Hört sich sehr romantisch an. Es ist aber nicht nur eine Liebegeschichte für Mädchen, richtig?

Tanja Janz: Nein, es ist vor allem eine Feriengeschichte über Freundschaften, die an der Nordsee spielt und sich zuerst gar nicht nach Ferien anhört, denn wer will schon seine Sommerferien in einem Englischcamp verbringen?!

kapiert.de: Wegen einer 5 in Englisch verbringt die Hauptperson ihre Ferien in St. Peter Ording. Sie sind ja Englisch- und Deutschlehrerin. Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf?

Tanja Janz: Englisch und Deutsch waren schon immer meine Lieblingsfächer, schon allein, weil in den Fächern viel gelesen wird. Ich liebe besonders an meinen Beruf, dass ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten kann und sie im besten Falle nicht nur für die Fächer, sondern auch fürs Lesen begeistern kann.

kapiert.de: Apropos Schule - hier holen Sie sich sicher auch Inspiration für die Charaktere Ihrer Geschichten, oder?

Tanja Janz: Ertappt! Meine Schüler bringen mich tatsächlich oftmals auf Ideen für Figuren, die dann später in meinen Büchern erscheinen.

kapiert.de: Die Kinder erleben heute ja eine ganz andere Jugend als Sie und ich damals!? Was hat das für Konsequenzen für die Kinder??

Tanja Janz: In meiner Kindheit gab es kein Internet, in den Kinos liefen höchstens vier Filme und das dann über mehrere Monate, das Fernsehprogramm endetete spätestens gegen Mitternacht mit der Nationalhymne und Handys kannte man auch nicht. Ich hatte viel mehr Zeit, mich mit den verschiedenen Dingen zu befassen. Meine großen Highlights waren damals Hörspiele und Bücher, Dinge, die meine Fantasie angeregt haben. Schon in der Grundschule hatte ich den Berufswunsch, Schriftstellerin zu werden, weil ich ein großer Fan der Geschichten von Enid Blyton war. Ich denke, dass Kinder heutzutage so viele Möglichkeiten haben Medien zu nutzen, dass sie teilweise gar keine Zeit haben, sich auf eine Sache wirklich einzulassen, da sie sonst zu viel verpassen würden. Zu schnell strömen neue Videos, Trends oder Computerspiele auf sie ein. Das ist schade, denn so verpassen sie vielleicht eine große Leidenschaft für ein Thema, weil sie nicht genügend Zeit haben, sich wirklich damit zu beschäftigen. Ich treffe oftmals Kinder und Jugendliche, die mir nicht sagen können, wofür sie sich begeistern können, weil sie nichts langfristig verfolgen. Bücher hingegen sind für mich wahre Entschleuniger, die Kinder und Jugendliche dazu bringen können, sich mit einem Thema zu befassen. Bücher hatten und haben ihre eigene Zeit und schaffen es, dass sich die Welt für den Leser ein bisschen langsamer dreht.

kapiert.de: Lesen und Teenager - das ist ja so eine Sache. Viele Eltern beklagen, dass mit zunehmendem Alter das Interesse am Lesen nachlässt. Mit welchen Themen packt man die Kids heute?

Tanja Janz: Vor allem mit Themen, für die sie sich interessieren. Viele Eltern und Großeltern gehen in Buchläden und lassen sich Lesestoff für die Kinder und Jugendlichen empfehlen. Das halte ich für falsch. Ein Buch sollte immer ein Thema behandeln, das den Leser bewegt. Deswegen sind Pferdebücher bei Mädchen zum Beispiel ein Dauerbrenner, weil sie die Tiere lieben und am liebsten im Stall bei ihren vierbeinigen Freunden schlafen würden, statt in einem Bett. Da dies in den meisten Fällen nicht geht, nehmen sie eben ein Pferdebuch mit ins Bett, in dem sie vor dem Schlafen schmökern und sich in den Stall träumen können. Das Gleiche gilt auch für Jungs. Da sind es oft Themen wie Fußball, Detektivgeschichten oder wissenschaftliche Themen, die sie „freiwillig“ lesen. Deswegen rate ich immer, dem jungen Leser ausschließlich Bücher mit Themen zu schenken, für die sie oder er sich begeistert.

kapiert.de: Haben Sie als Lehrerin ein paar Tipps für unsere kapiert.de-Eltern parat? Wie kann man als Eltern die Kids beim Lernen oder Lesen besser unterstützen?

Tanja Janz: Zum Thema Lesen, wie gesagt, keine „uninteressanten“ Bücher aufdrängen. Am besten mal mit den Kids zusammen in eine Buchhandlung gehen und sie allein in der Kinder- und Jugendbuchabteilung schauen lassen. Bloß nicht dabei über die Schulter gucken oder anmerken, welche Bücher bestimmt ganz toll sind, das geht meistens nach hinten los. Junge Leser müssen selbständig Bücher entdecken, die sie gut finden. Dabei reicht es oftmals mit ihnen in eine Buchhandlung zu gehen und ihnen anzubieten, im Alleingang die Regale zu inspizieren. Vielleicht wird es am Anfang ein Bildband über Salamander sein, aber das ist auch ein Einstieg. Beim Thema Lernen verhält es sich fast gleich. Auch hier rate ich davon ab, den Schülern etwas aufzudrängen. Die meisten Schüler finden es eher nervend mit ihren Eltern zu lernen. Hier sollte man Ruhe bewahren und die Kinder von allein auf den Trichter kommen lassen, dass sie gerne Hilfe – durch die Eltern oder Nachhilfe - haben möchten. Wichtig ist, dass sie eigene Erfahrungen machen können, zu denen auch Misserfolge gehören. Beim Lernen stellt Motivation die Basis dar und die kommt nicht, weil Eltern meinen, dass das Kind lernen muss, sondern sie stellt sich erst ein, wenn der Schüler eine Notwendigkeit dafür sieht. Daher rate ich zu Gelassenheit und Vertrauen in das Kind. Es wird sich garantiert melden, wenn es meint, dass es Hilfe benötigt und dann ist gleichzeitig auch die Motivation da, für bessere Schulnoten zu arbeiten.

kapiert.de: Vielen Dank für das Interview!

 

Autorenvita

Tanja Janz wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. Doch zunächst siegte die Vernunft über ihre Leidenschaft und stattdessen wurde sie erst einmal Englisch- und Deutschlehrerin. Als die Geschichten in ihrem Kopf aber keine Ruhe gaben, begann Tanja Janz, sie aufzuschreiben. Und merkte, dass sie nicht mehr damit aufhören wollte. Seitdem schreibt sie und unterrichtet weiterhin im Ruhrgebiet. Neben ihrer Liebe zum Schreiben, dem heimischen Fußballverein und dem Ruhrgebiet schwärmt sie auch für England und die nordfriesische Küste, weshalb ihre Geschichten meistens in London oder St. Peter-Ording spielen.

 

 

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