31.07.2020

Bullet Journal: flexible Organisation und Kreativität

Bullet Journal Monatsübersicht

Unser Alltag wird immer digitaler: Kommunikation läuft über Chats und Termine werden im Handy eingespeichert. Wir sind vielen verschiedenen Reizen ausgesetzt, sodass wir schnell mal den Überblick verlieren können. Doch es gibt auch einen Trend, der zurück zum analogen Notizbuch führt: das Bullet Journal.

Was ist ein Bullet Journal?

Das Bullet Journal ist ein Planer-System, das an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Es ist eine Mischung aus Kalender, To-Do-Liste, Notizbuch und Tagebuch. Zusätzlich können Wünsche, Ziele und Gedanken notiert werden. Nach Ryder Carroll, New Yorker Produktdesigner und Erfinder des Bullet Journals, hat ein Bullet Journal den folgenden Aufbau:

 

Bullet Journal Key SeiteLegende/Key

Auf der ersten Seite des Bullet Journals wird die Legende dargestellt. Symbole, Zeichen und Farben, die im Bullet Journal verwendet werden, werden aufgelistet und die entsprechende Bedeutung wird dahinter geschrieben, z.B. Aufgabe, Aufgabe erledigt, Aufgabe verschoben, Termin und Priorität. Am besten wählt man Symbole, die für einen selbst stimmig und intuitiv sind.

 

Index

Die nächsten Seiten werden zum Inhaltsverzeichnis. Da ein Bullet Journal viele verschiedene Elemente enthalten kann, ist ein Index hilfreich, um die Übersicht zu bewahren. Es wird empfohlen etwa 3-4 Seiten dafür einzuplanen. Man muss dabei nicht jede einzelne Seite auflisten, sondern kann für einen Monat auch nur den Seitenbereich angeben.

 

Bullet Journal Future Log SeiteFuture Log

Es gibt Termine, die weit im voraus geplant werden müssen, z.B. Arzttermine oder Urlaub. Die Jahresübersicht dient dazu, diese nicht zu vergessen. Auch Geburtstage können dort vermerkt werden.

 

Monatsübersicht

Nach der Jahresübersicht kommt die Monatsübersicht. Dafür ist eine Doppelseite eingeplant. Auf der linken Seite werden untereinander alle Tage aufgelistet und die Termine dazu geschrieben. Die Termine werden dabei nur als kurze Stichworte genannt, denn diese Seite soll lediglich einen Überblick geben. Auf der rechten Seite kommen dann die To-Dos für den Monat sowie Aufgaben, die man im vergangenen Monat nicht geschafft hat zu erledigen.

 

Tagesübersicht

Schließlich kommt die Tagesübersicht, die im Idealfall erst am Abend vorher erstellt wird. Es werden alle Termine und Aufgaben aufgelistet, die am Tag anfallen. Dabei empfiehlt es sich, einen Blick in den Future Log und die Monatsübersicht zu werfen, um zu überprüfen, ob man auch wirklich an alles Wichtige gedacht hat.

Ist ein Monat vorbei, blättert man am besten die Seiten noch einmal durch und schaut, welche Aufgaben noch offen geblieben sind. Sind sie weiterhin relevant, kann man sie in die Monatsübersicht des folgenden Monats übertragen; ansonsten einfach streichen.

Wozu dient das Bullet Journal?

Das alles klingt vielleicht erst einmal nach viel Aufwand. Aber sind die ersten leeren Seiten erst gefüllt, merkt man, dass es gar nicht so viel Aufwand ist – zumindest wenn man es von der Gestaltung eher minimalistisch hält. Der große Vorteil an einem Bullet Journal ist die Flexibilität: Merkt man, dass ein Element anders besser wäre, kann man es für die nächste Woche oder den nächsten Monat einfach ändern. Praktisch ist auch, dass man alles an einem Ort gesammelt hat – nur noch ein Notizbuch anstatt einem Kalender, einem Tagebuch und der To-Do-Liste.

Ein Bullet Journal hilft dabei, sich zu organisieren und auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Man kann das Journal minimalistisch halten oder sich kreativ austoben und die Seiten mit schönen Bildern und Zeichnungen versehen. Gleichzeitig bietet das Bullet Journal auch eine Möglichkeit für mehr Achtsamkeit im Alltag.

Ein paar Ideen für weitere Bullet Journal Seiten:Bullet Journal Bücherecke

  • Tracker: Gewohnheiten, Stimmung, Wasser trinken, Schlaf
  • Sammlung schöner Zitate
  • Bücherregal mit gelesenen Büchern
  • Lernplan
  • Skizzen

Tipp: Zur Inspiration einfach mal #bulletjournal in den sozialen Netzwerken eingeben – und sich dabei nicht von den vielen schön gestalteten Seiten einschüchtern lassen. Denn es geht nicht darum, die leeren Seiten mit den schönsten Designs zu füllen, sondern um Organisation und Struktur.


Diesen Beitrag teilen


Mandy Fleer

Mandy studiert Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt an der TU Braunschweig. Sie absolviert ein Praktikum bei der Westermann Verlagsgruppe im Bereich der digitalen Medien und unterstützt dort das Team von kapiert.de.