Wenn Kinder heranwachsen, bilden sich nach und nach immer schärfer sowohl ihre persönlichen Interessen und Neigungen heraus wie solche Dinge, die ihnen einfach gut liegen. Häufig vermuten Eltern dabei schon recht früh, dass bei ihrem Spross eine besondere Begabung besteht.

Doch einige reagieren nicht rechtzeitig und richtig, um diese Talente angemessen zu fördern, wodurch das Risiko besteht, dass sie verkümmern. Andere hingegen greifen zu weit, sind zu strikt und zwingen ihren Nachwuchs regelrecht zu einem Glück, das nicht seins ist.

Die richtige Balance zu finden ist keine leichte Aufgabe. Aber eine, die sich lohnt – denn ein Kind, dessen Neigungen und Talente optimal gefördert werden, bekommt mehr als persönliches Glück. Es bekommt vielleicht die Möglichkeit, sein ganzes Leben um eine Gabe herum zu gestalten. Was Eltern dabei beachten sollten, haben wir für den folgenden Artikel zusammengefasst.

Wie man natürliche Talente erkennt

Es ist eine altbekannte Geschichte: Hollywood-Größen erzählen, wie sie schon im frühesten Kindesalter zuhause und in der Schule Stücke aufführten, Lieder sangen, ihr Umfeld begeisterten. Ein Karriereweg, der schöner nicht vorgezeichnet werden könnte. Dass diese Menschen heute aus der Position eines gefeierten Stars heraus erzählen können, liegt auch daran, dass es damals jemand gab, der ihr Talent als etwas, das aus der Masse herausragte, erkannte – und es förderte.

Doch wie erkennen Eltern oder auch Angehörige eines jungen Menschen, dass in diesem etwas schlummert?

Eigene Träume nicht projizieren

Dabei lautet die erste und wichtigste Regel:

Niemals sollten Eltern versuchen, das, was sie
selbst gerne hätten, auf ihr Kind zu projizieren.

Das gilt sowohl für die Natur eines Talents wie den Grad seiner Ausübung. Eine Mutter, die als Kind für ihr Leben gerne Geige gespielt hätte, kann natürlich versucht sein, diesen Wunsch auf die Tochter zu übertragen, sobald diese ebenfalls Interesse an Musik zeigt.

Doch die Erfahrung zeigt immer wieder, dass dies selten im Einklang mit den kindlichen Wünschen steht, auch wenn es zunächst so scheint. Der Nachwuchs wird buchstäblich in eine Richtung gedrückt, die er nur den Eltern zuliebe einschlägt. Auch dafür gibt es in der Promi-Welt tausende Beispiele, bei denen Kinder zu stark gepusht wurden – wie etwa Michael Jackson – oder aber sogar so gut waren, dass bei den Eltern Neid aufkam – der Lebenslauf von Macaulay Culkin („Kevin – Allein zu Haus“) ist ein Beispiel dafür.

Ganz simpel formuliert sollten Eltern ihr Kind erst mal machen lassen und nur beobachten. Fördern kann man noch früh genug.

Aufmerksam und wissend sein

Alle Eltern dürften ihr Kind für etwas Besonderes halten. Doch in dieser Denkweise liegt auch die Wurzel dafür, warum viele Talente erkennen, wo eigentlich keine sind bzw. das, was vorhanden ist, überzogen bewerten. Um ein Talent richtig zu erkennen und zu bewerten, ist folgendes notwendig:

  • Keinesfalls ein Gebiet nach dem Motto „darin war jeder in unserer Familie bislang gut/schlecht“ über-fördern bzw. ablehnen. Zwar stimmt es, dass auch Talente vererbt werden können, entsprechend auch Unvermögen; aber dabei gibt es von Mensch zu Mensch einen hohen Unsicherheitsfaktor. Nur weil beispielsweise alle männlichen Familienmitglieder gute Sänger waren, heißt das nicht automatisch, dass der Sohn es auch ist.
  • Generell wissen, welche Talentformen es überhaupt gibt. Das bedeutet, dass man über den Tellerrand schauen sollte.
  • Sein Kind immer wieder beobachten, ohne einzugreifen. Und von frühesten Tagen damit beginnen, eine Liste darüber zu führen, was dem Kind offenbar liegt und was nicht.
  • Alle Möglichkeiten für Gespräche mit anderen Eltern, Erziehern, Lehrern usw. nutzen. Nur auf diese Weise bekommt man ein Gespür für das Standing des Kindes in seiner Altersgruppe. Denn oft genug wirkt ein Talent auch nur auf die Eltern so, wo es eigentlich eine altersgemäß normal ausgeprägte Fähigkeit ist.

Allerdings geben diese vier Punkte nur einen Grundrahmen. Wichtig ist es, dass ein Kind alle Möglichkeiten bekommt, sich zu entfalten. Dabei ist eine kindliche Fähigkeit von zentralem Interesse:

Die angeborene Neugierde des Kindes nutzen

Dass Talente unentdeckt und somit ungefördert bleiben, ist ein reales Risiko, selbst wenn man die vorherigen Punkte beachtet. Allerdings haben Eltern einen enorm wirkmächtigen Verbündeten: Die Neugierde, die in jedem Kind steckt.

Eine große Auswahl bieten

Wie sollen Eltern mitbekommen, dass ihre Tochter ein enormes Körpergefühl besitzt, wenn das Kind niemals über eine Mauer balancieren darf, niemals auf einem Trampolin hüpft, niemals klettert? Wer dieses Beispiel versteht, versteht auch, wie immens wichtig es ist, dass ein Kind entdecken darf.

Kinder sind von Natur aus neugierig. Das ist kein Nachteil, sondern im Gegenteil der wichtigste Triebmotor für ihre Entwicklung. Neugierde hilft jungen Menschen dabei, die Welt um sie herum kennen und verstehen zu lernen und ihre eigene Position darin zu erkennen. Niemals sollte kindliche Neugierde eingebremst oder unterdrückt werden.

Hier kommt Eltern zupass, dass viele Kids alles andere als wählerisch sind. Wenn etwas neu ist, reicht das oft schon aus, um Neugierde zu entfachen. Bedeutet im Umkehrschluss, dass Eltern keine Mühen scheuen sollten, möglichst häufig Neues zu präsentieren – nur auf diese Weise ist es möglich, „verbogene Talente“ aufzudecken und zu fördern, solange das Kind in den besonders entdeckungshungrigen Lebensphasen steckt.

Wenn erst mal das Teenager-Alter angebrochen ist, ist zwar noch nicht alles „verloren“, aber vielfach wurden wichtige Schritte verschlafen und können nur schwer nachgeholt werden.

Andersartigkeit akzeptieren

Talente und Neigungen folgen nicht zwingend einer Linie, das wurde bereits erwähnt. Und sie entsprechen deshalb auch nicht automatisch immer dem, was Eltern sich wünschen oder für erstrebenswert ansehen. Hier kann man nur immer wieder eine wichtige Tatsache anführen:

Eltern sind die zentralen Vorbilder eines Kindes und gleichzeitig seine wichtigsten Bezugs- und Autoritätspersonen. Damit befinden sie sich auch in einer Position, in der sie in der Lage wären (und es oft genug sind), Talentwege zu versperren.

Dazu sei Eltern der preisgekrönte Film Billy Elliot – I will dance empfohlen. Ein Junge soll und muss nach dem Willen seines Vaters boxen lernen. Dass er viel lieber Ballett tanzen würde, ist für den Vater aus falschen Männlichkeitsidealen inakzeptabel. So muss Billy einen innerfamiliären Leidensweg durchstehen, bis das hollywoodpositive Filmende erreicht ist.

Allerdings: Das ist ein Film, nur deshalb wird am Ende alles gut. Im wahren Leben können sich viele Eltern niemals damit abfinden, dass die Neigungen ihres Kindes in eine Richtung gehen, die nicht ihrem Geschmack entspricht. Da kann man nur eines tun: Über seinen Schatten springen. Alles andere steht nur dem Kindesglück im Wege. Das kann bei allem Wunschdenken niemals im elterlichen Interesse sein.

Die richtige Förderung

Das Kind hatte die Möglichkeit, in viele Gebiete hineinzuschnuppern. Es ist aber unverkennbar, dass es immer wieder in eine Richtung zurückdriftet. Entweder, weil dies seinen Neigungen entspricht, oder, weil echtes Talent vorhanden ist, das sich über die Normalität des reinen „Spaß an der Freude“ erhebt. Dann haben Eltern mehrere Optionen, um zu helfen.

Wo steht mein Kind?

Sofern das Gebiet, in dem ein Kind zumindest Interesse zeigt, nicht gerade zu einem von den Eltern routiniert beherrschten Feld gehört, fehlt letzteren oft die Fähigkeit, das Standing ihres Sprosses einzuordnen. Generell empfiehlt sich, sich mit einem Experten zusammenzusetzen.

Wenn es rein schulische Themen sind, können Fachlehrer die ersten wichtigen Ansprechpartner sein, auch weil sie weitaus besser über Themen der Begabtenförderung informiert sind. Noten spiegeln zudem nicht alle Aspekte der Entwicklung oder der Talente wider. Darüber hinaus sollte man sich aber auch nie scheuen, weiter zu gehen.

Gemeinsam machen

Eltern mögen vielleicht in dem Feld, das ihr Kind interessiert, bestenfalls Laien sein. Doch sollten sie niemals folgendes vergessen:

  • Elterliche Bestätigung ist für Kinder die wichtigste Form von Bestätigung, weit vor anderen Personen.
  • Ebenso erfüllt es die meisten Kinder mit großer Freude, ihre Leidenschaft mit ihren engsten Bezugspersonen teilen zu können.

Die Antwort darauf sollte lauten, wann immer möglich mit seinem Kind gemeinsam dessen Leidenschaft zu vertiefen. Das gilt selbst dann, wenn zwischen Talent/Fähigkeiten des Kindes und dem der Eltern große Diskrepanz besteht – wenn die Tochter etwa eine geschickte Sportskanone ist, die Eltern aber nicht.

Wichtig ist dies auch im musikalischen Bereich. Durch die vielen möglichen Instrumente kann das Kind gemeinsam mit den Eltern musizieren – ein flötendes Kind kann von den Eltern durch simple Schlaginstrumente begleitet werden, ein Trommel-Interessierter Nachwuchs zu Mamas Gitarrenspiel loslegen.

Dabei gilt immer: Das, was in der Familie läuft, muss nicht der Fortentwicklung eines Talents gelten; das kann durch Fachleute besser geschehen. Zuhause besteht das Ziel nur darin, einem jungen Menschen das unbegrenzte Ausleben seiner Neigungen zu ermöglichen.

Interessensgruppen

Egal ob es eine schulische AG ist, das Angebot lokaler, talentierter Eltern oder auch nur ein privater Zusammenschluss anderer Kids: Für alle Fähigkeiten und Talente besteht die nächsthöhere Stufe darin, seinem Kind die Teilhabe an solchen Basisangeboten zu ermöglichen. Allerdings muss man unterscheiden: Vielfach handelt es sich hierbei um simplere Angebote. Das reicht zwar, um kindliche Neigung zu unterstützen. Oftmals ist es aber mangels professioneller Anleitung nicht der richtige Weg, um ein echtes Talent zu fördern.

Dazu sind die Angebote häufig viel zu breit aufgestellt, müssen sich an mehrere Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeitslevels richten, werden von Menschen angeleitet, die nur Hobbyisten sind. Als simpler Einstieg sind sie zwar auch für talentierte Kids geeignet, jedoch nur als Übergangslösung, bis ein Angebot gefunden ist, das höheren Ansprüchen genügt.

Bitte auch bedenken: zu langes Verbleiben in solchen Angeboten – etwa, weil Eltern fürchten, das Interesse des Kindes könnte sich plötzlich wandeln – können in Unterforderung resultieren und darüber das Interesse an dem Themengebiet gefährden.

Fachspezifische Kurse und Privatlehrer

Überall dort, wo ein Kind starke Leidenschaft hegt und natürlich auch, wo besonderes Talent vorhanden ist, sollte der Weg ab einem bestimmten Alter deshalb immer in eine Richtung führen, auf der der Nachwuchs mit Profis konfrontiert wird, die ihn fördern und anderen Kindern, die nicht minder gut sind und somit anspornen.

Ein derartiges Niveau beginnt beispielsweise auf dem Gebiet der Vereine. Diese sind monothematisch aufgestellt und oft in Alters- und Leistungsklassen untergliedert. Zudem werden sie meist durch speziell geschultes Personal betreut. Ein Beispiel: Bevor jemand in Deutschland Jugend-Fußballtrainer werden kann, muss er beim DFB nicht weniger als 120 Lerneinheiten absolvieren.

Wo dies lokal nicht möglich ist bzw. sich aus dem Schwerpunkt des kindlichen Interesses auch gar nicht ergibt, sind Privatlehrer eine weitere Alternative. Allerdings ist es hier notwendig, Hintergrundrecherche zu betreiben – in vielen Themengebieten darf privater Unterricht gegeben werden, ohne dass Befähigungsnachweise erforderlich sind.

Spezialschulen, Internate und Co.

Die finale Förderungsstufe sind Schulen, in denen der Schwerpunkt auf die Kindesneigung ausgerichtet ist. Musikgymnasien gehören ebenso dazu wie Sportinternate und ähnliche Spezialschulen. Allerdings sollte vor einem solchen Schritt feststehen, dass der Nachwuchs ein wirklich starkes Interesse und erwiesenes Leistungs-/Steigerungspotenzial hat. Denn:

  • Das Lernniveau solcher Einrichtungen ist hoch und ein gewisses Grundlevel wird vorausgesetzt.
  • Unter Umständen sind zusätzliche Gebühren zu entrichten. Bei staatlichen Internaten etwa beginnt die Preisspanne bei rund 300 Euro monatlich, kann aber bei privaten Schulen auch leicht vierstellig werden.
  • Mitunter wird sich das gesamte künftige Familienleben am Talent des Kindes ausrichten. Etwa, weil Umzüge vonnöten sind.

Für viele Familien ist diese Stufe ein Scheideweg – nicht nur etwa mangels finanzieller Möglichkeiten. Aber: An diesem Punkt wird man auch bereits sehr genau wissen, wie viel Talent wirklich im eigenen Nachwuchs steckt. Und wenn sein Interesse und die Motivation weiterhin groß sind, sollte man alles daransetzen, den Weg zu ebnen. Oft können Kosten durch Stipendien gedeckt werden.

Exkurs: Anzeichen für Hochbegabung bei Kleinkindern

Wenn von Begabungen die Rede ist, schwingt heutzutage immer die Steigerung namens Hochbegabung mit – schon, weil es für viele Eltern mit viel Stolz verbunden ist, wenn der Nachwuchs „one in a million“ sein könnte. Allerdings ist es tatsächlich bei Kleinkindern in aller Regel müßig, nach Anzeichen einer Hochbegabung zu suchen. Dazu befindet sich das Kind in diesem Alter noch zu dicht am Startpunkt seiner Entwicklung.

Das Bundesministerium für Bildung schreibt dazu folgendes:

„Im Kleinkindalter kann Hochbegabung als hohes und eher allgemeines Potenzial für viele Bereiche verstanden werden. Zwar können sich auch hier durchaus schon Stärken andeuten (z. B. Musikalität, Sprache, Motorik); insgesamt ist die kindliche Entwicklung jedoch noch sehr offen und formbar. Es ist daher kaum sinnvoll, nach spezifischen Merkmalen für eine hohe Begabung zu suchen. Dazu verändert sich noch zu viel. […] Je jünger ein Kind ist, desto unsicherer sind die Vorhersagen für die weitere Entwicklung.“

Auch das Ministerium empfiehlt in diesem Alter vor allem, einem Kind möglichst viele Angebote zu offerieren, um es in seiner individuellen Entwicklung zu unterstützen und passende Anreize zu setzen.

Erst im Vorschulalter ist sie weit genug vorangeschritten, um wirklich herausragende Fähigkeiten zu erkennen – und Eltern dürfen sich darauf verlassen, dass dies von Kita‑Erziehern auch nicht unbemerkt bleiben wird, da diese auch darin speziell geschult werden und sich der Tagesablauf auch dahingehend orientiert, Kinder hinsichtlich ihrer Talente taxieren zu können.

Zu wenig Unterstützung, zu viel Druck?

Das Kind interessiert sich besonders für ein Thema, ist vielleicht auch ungewöhnlich gut darin oder lässt alle Anzeichen dafür erkennen, ein Naturtalent zu sein. Viele Eltern sehen sich dabei vor Probleme gestellt: Wie involviert kann/soll/muss man sein, wenn es um die Talentförderung geht? Muss man sein Kind manchmal zum Üben und Trainieren zwingen oder besteht dann schon die Gefahr, zu überfordern?

Es kommt darauf an.

  • Generell empfiehlt es sich, elterliche Anforderungen nicht zu hoch zu schrauben. Nicht jeder kleine Musiker ist die nächste Superstar, nicht jeder Physik-Einserschüler wird in Einsteins Fußstapfen treten.
  • Wie stark Eltern „anschieben“ sollten, hängt mit der Natur ihres Kindes zusammen. Wenn es sich selbstständig gern und oft mit dem Thema befasst, ist weiterer Druck unangemessen. Wenn hingegen ein Kind, obwohl es starkes Talent hat, schnell von anderen Dingen abgelenkt ist, sollte mit den richtigen Tricks motiviert werden – jedoch niemals mit „oder sonst…“-Druck. Der kann jegliche Leichtigkeit zerstören. Allerdings: Wenn ein Kind zu sehr auf „sein“ Thema fokussiert ist, sollten Eltern durchaus auch bremsen, damit der kindliche Geist auch noch andere Dinge entdecken – und entspannen – kann.
  • Bei allen wichtigen Schritten sollte das Kind ein großes Mitspracherecht haben. Es geht hier um sein Talent, seinen Lebensweg. Niemals sollte über seinen Kopf hinweg entschieden werden.
  • Der wichtigste Support, den Eltern geben können, ist der moralische. Ein Kind muss spüren und immer wieder gesagt bekommen, dass die Eltern bedingungslos hinter ihm stehen, egal in welchem Maß es sein Talent weiterentwickeln wird. Und dazu gehört es auch, wo es möglich ist, als moralischer Support dabei zu sein – ob am Spielfeldrand oder vor der Bühne im Publikum spielt keine Rolle. Es zählt nur, dass das Kind weiß, dass das, was es tut, auch seine Eltern begeistert.

Dabei sei unterstrichen, dass der letzte Punkt weit über das Thema Interessen und Talent hinausgeht und ein wichtiger Eckstein jeder Eltern-Kind-Beziehung ist – egal wie gut oder schlecht der Nachwuchs in einer Tätigkeit auch ist.

Die wichtigste Maxime: Geduld

Der letzte Punkt dieses Artikels ist einer, der sich von der frühesten Kindheit wie ein roter Faden ins Erwachsenlieben ziehen sollte. Denn: Es wird absolut immer wieder Momente geben, in denen das Kind nicht so schnell und/oder zielstrebig am Ball ist, wie sein Talent es ermöglicht. Kommt die Pubertät mit ihrem tiefgreifenden Umbau des Gehirns hinzu, besteht sogar die Möglichkeit, dass in der jugendlichen Sprunghaftigkeit plötzlich alles über Bord gekippt werden soll, was vielleicht seit den ersten Schritten das kindliche (und elterliche) Leben bestimmte.

An dieser Stelle kann man Eltern nur immer wieder raten, Geduld zu üben. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, in dem er voranschreiten muss. Und egal wie gut jemand in etwas ist, ohne die nötige Leidenschaft, die nur von ihm selbst ausgehen kann, wird nichts langfristig funktionieren – ein letztes Mal sei auf all jene Stars verwiesen, die zwar Talent, aber keine gleichwertige Leidenschaft hatten und dennoch von den Eltern gnadenlos angetrieben wurden. Es geht nie gut!

Und noch etwas Anderes ist allgemeingültig:

Echte Leidenschaft hat immer dauerhaften Bestand, auch wenn
sie vielleicht mal einige Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, pausiert

Selbst die holprigste Pubertät, die stürmischste Jugendliebe, die besten neuen Freunde können daran nichts ändern. Deshalb dürfen Eltern auch beruhigt sein. Wenn es das ist, was ihr Kind wirklich will, wird es ganz von selbst weiter an sich feilen, ohne dass es dazu elterlichen Antrieb benötigt.

 

 

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