15.03.2017

Zusätzlich zur Schule: Nachhilfe

Nachhilfe für Mathe, Englisch und Deutsch

Mia war öfter krank in diesem Schuljahr – und hat einigen Schulstoff verpasst. Die Lehrerin rät den Eltern dazu, eine Zeit lang Nachhilfe in Anspruch zu nehmen. Tom hingegen hat regelmäßig Defizite im Bereich Mathematik. Auch seine Eltern überlegen, ob ihr Sohn Nachhilfe erhalten sollte. Lena hat auf dem Halbjahres-Zeugnis eine 5 in Deutsch – hier besteht ebenfalls akuter Handlungsbedarf, um die Versetzung nicht zu gefährden und dem Kind Unterstützung zu geben. Was Eltern hierbei beachten sollten, nennt der folgende Beitrag in Grundzügen.

Wann ist Nachhilfe nötig?

Eine Nachhilfe kann kurzfristig oder auch längerfristig nötig werden, wenn ein Kind aus verschiedenen Gründen Lernstoff verpasst oder nicht verstanden hat. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn es aus Krankheitsgründen Schulstoff verpasst hat oder auch, wenn es aufgrund eines Schulwechsels Stoff nachholen muss. Auch, wenn es in einem Fach Schwierigkeiten hat, kann eine Nachhilfe sinnvoll sein.

Ziel ist es, die entstandenen Lücken zu schließen, um das Selbstvertrauen des Kindes zu fördern und die Leistungen individuell zu verbessern. Für manche Kinder ist es hilfreich, gezielt für Arbeiten zu trainieren – also nur von Zeit zu Zeit an einer Nachhilfe teilzunehmen.

Welche Form der Nachhilfe?

Nachhilfe wird in vielerlei Gestalt angeboten. So gibt es etwa spezielle Institute, die Gruppen-, aber auch Einzelunterricht anbieten. Manche Lehrkraft oder ein Student bzw. eine Studentin bietet ebenso privat Nachhilfe an. Und in manchen Fällen rät die Klassenlehrkraft dazu, den Nachhilfeunterricht von einem älteren Schüler oder einer älteren Schülerin erteilen zu lassen.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch zahlreiche Online-Angebote wie Lernplattformen, Systeme und Tools oder YouTuber, darunter Lehrer als auch Schüler, die in Erklärvideos den Lernstoff verständlich machen. Jeder Nachhilfe-Anbieter hat seine Vor- und Nachteile und ist besser oder schlechter für Ihr Kind geeignet. Besprechen Sie deshalb zunächst gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Form der Nachhilfe es sich vorstellen könnte. Welchen zeitlichen Aufwand kann es hierfür leisten? Welchen finanziellen Rahmen stecken Sie sich? Hören Sie sich dann gezielt im Bekanntenkreis und unter anderen Eltern um. Sprechen Sie unbedingt auch mit der Lehrkraft Ihres Kindes, welche Form der Nachhilfe diese empfiehlt.

Angebote einholen

Erkundigen Sie sich direkt bei Instituten, bei Nachhilfelehrkräften oder im Internet. Holen Sie Angebote ein und nutzen Sie beispielsweise die Möglichkeit von Probe- oder Schnupperstunden. Hat Ihr Kind ein gutes Gefühl und können Sie seiner Wahl zustimmen, dann sollten Sie mit dem jeweiligen Anbieter, der Institution oder der Lehrkraft sprechen. Beachten Sie dabei unbedingt die Formalitäten. Was genau beinhaltet der Vertrag – wie sieht es zum Beispiel aus, wenn ihr Kind Stunden aufgrund einer Erkrankung nicht wahrnehmen kann? Welche Kündigungsregelungen gibt es?

Wenn die Nachhilfe nicht anschlägt

Was ist zu tun, wenn Sie das Gefühl haben, dass der zusätzliche Unterricht keine Wirkung zeigt? Sprechen Sie auch hierüber im besten Fall mit der Lehrkraft Ihres Kindes und der Nachhilfekraft. Welche Möglichkeiten gibt es?

In einer Nachhilfeeinrichtung könnte Ihr Kind ggf. von einem Gruppenunterricht in Einzelstunden wechseln. Darüber hinaus können Sie für Ihr Kind auch die „mobilen Varianten“ der Nachhilfe wählen. Mit Online-Lernplattformen zu lernen ist vollkommen unabhängig von Unterrichtszeiten und kann so Ihrem Familienzeitplan  optimal angepasst werden. Am Computer zu lernen, motiviert zudem jugendliche Lerner und Lernerinnen häufig mehr als den Schulstoffe mit Lehrkräften aufzuarbeiten. Für Sie als Eltern entfallen gleichzeitig mögliche Fahrtwege sowie die Zeit, die Sie mit dem Fahren und Warten verbringen.

Manchmal ist Nachhilfe aber auch nicht der richtige Weg um Lerndefizite auszugleichen. Sprechen Sie mit dem Kinder- und Jugendarzt Ihres Kindes. Könnte ggf. ein ADS, eine Lese-Rechtschreibschwäche, eine Dyskalkulie oder gar eine Form der Prüfungsangst  hinter den Schwierigkeiten stecken? Dies können Experten überprüfen. In manchen Fällen ist es dann sinnvoller, eine Lerntherapie zu beginnen.

Nachhilfe ist in vielen Fällen hilfreich, um kurzfristig oder auch langfristig den Lernerfolgen Ihres Kindes auf die Sprünge zu helfen. Wägen Sie gut ab, welche Möglichkeiten es für ihr Kind gibt und beteiligen Sie es an der Auswahl. Nur, wenn es selbst eine Motivation verspürt, wird es aktiv an der Nachhilfe teilhaben. Und nur dann kann sie fruchten.

Noch mehr Informationen zum Thema?

Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf die Ergebnisse der Überblicksstudie der Hans-Böckler-Stiftung, die erst diesen Monat veröffentlicht wurden.

Eckdaten zum Nachhilfeunterricht in Deutschland liefert außerdem die Website der Bertelsmann-Stiftung.

 

 


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Alexandra von Plüskow -Kaminski

Alexandra von Plüskow -Kaminski

Alexandra von Plüskow - Kaminski ist Lehrerin. Derzeit arbeitet sie in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis und als Beraterin für Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Sprachbildungszentrum Lüneburg der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Sie war mehrere Jahre in der Lehrkräfte-Ausbildung an den Universitäten Koblenz-Landau und Leuphana Lüneburg tätig und verfasst als freie Fachjournalistin Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

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