17.08.2016

kapiert.de Schule im Praxistest an einer Gesamtschule

Lukas L., Referendar an einer Gesamtschule hat kapiert.de Schule getestet und berichtet über seine Erfahrungen

Nachdem kapiert.de ab diesem Sommer (endlich) mit neuen Features für Lehrer/innen startet und zusätzlich ganze Klassenverbände mit Onlinezugängen ausgestattet werden, hatte ich vorab die exklusive Möglichkeit, kapiert.de im Unterricht zu testen. Die 10. Klasse einer Gesamtschule (welche ich als Referendar auch in meiner Examensstunde in Mathematik unterrichtet habe) wurde mit der Lernplattform bekannt gemacht. Themen der Unterrichtseinheit waren Wachstums- und Zerfallsprozesse bzw. Exponentialfunktionen. In Übungs-, aber auch in Einführungsstunden habe ich mit dem Lernportal gearbeitet, Erfahrungen gesammelt und mithilfe eines kleinen Fragebogens den Einsatz von kapiert.de mit der Klasse analysiert.

 

Digitaler Unterricht? Für Schüler überhaupt kein Problem

Im Zeitalter von kreidefreien Schulen und der sich ausbreitenden Digitalisierung der Klassenräume kann es eigentlich nur von Vorteil sein, den Umgang mit Lernplattformen auch innerhalb des Schulgeschehens zu thematisieren. Und gleich die erste Unterrichtsstunde hat gezeigt, wie intuitiv die Schüler mittlerweile mit unbekannten Systemen und Tools hantieren und umgehen können. Wahrend ich mich vor der Unterrichtssequenz mit den verschiedenen Aufgabentypen vertraut gemacht und eine kleine Einführung in die Arbeitsweise von kapiert.de geplant hatte, ordnete, zeichnete, verschob, rechnete die Lerngruppe schon in den ersten Unterrichtsminuten wie wild drauf los. Einzige Hürde bei einigen Schülern: Vor der gesamten Klasse am Smartboard zu arbeiten. Hier ist es – meiner Meinung nach – wichtig, mit unterschiedlichen Methoden und pädagogischen Kniffen, dieser Hemmschwelle entgegen zu wirken.

Aber nicht nur der Umgang, auch der Aufbau des Portals (Erklärungen, Übungen, Tests, die zweimalige Versuchsoption bei den Aufgaben, etc.) war der Lerngruppe Mitte der ersten Unterrichtsstunde schon klar wie Kloßbrühe. Konsequenz: Meine geplante Einführung hab ich nach fünf Minuten über den Haufen geworfen, ich konnte direkt inhaltlich durchstarten. In den folgenden Stunden habe ich mithilfe von kapiert.de neue mathematische Sachverhalte erschließen lassen, Algorithmen bzw. Rechenschritte gefestigt und für eine Klausur geübt. Vieles hat gut geklappt. Vor allem der Einsatz des Mediums hat die meisten Schüler motiviert. Es war eine willkommene Abwechslung zum Schulbuch und zu meinen (zugegeben: eher unübersichtlichen) Arbeitsblättern. So bewerteten jedenfalls viele Schüler die Einheit im Nachhinein.

 

Mehr Motivation durch den Einsatz digitale Unterrichtseinheiten

Einen Teil der Lerngruppe, der ansonsten eher halbherzig das Unterrichtsgeschehen verfolgt, konnte ich zudem mithilfe der Interaktivität von kapiert.de besser in den Unterricht integrieren. Ein kleines Manko ist es allerdings schon, dass die Aufgaben und Lösungen vorgegeben sind und deswegen nicht an die speziellen Anforderungen der eigenen Klasse angepasst werden können. Andererseits können sich aus dieser Tatsache heraus fruchtbare Unterrichtsgespräche ergeben! Ich habe im Vorfeld der Unterrichtsreihe die Potenzgesetze wiederholt. In einer Aufgabe von kapiert.de wurden Potenzgleichungen abgefragt. In der Aufgabenstellung ging es darum, herauszufinden, ob die Potenzgesetze richtig angewendet wurden. Die Klasse war bei einer bestimmten Aufgabenstellung geteilter Meinung. Es handelte sich um eine korrekt gelöste Gleichung. Allerdings konnte das Gesetz lediglich mit einem Zwischenschritt angewendet werden. Bevor die Lösung eingetippt und überprüft wurde, kam es zu einem kleinen „Unterrichtsstreit“, der in der Frage mündete, ob die Fragestellung nicht klarer hätte formuliert werden müssen. Einige Schüler waren der Meinung, dass die Lösung nicht korrekt sei, da das Gesetz nicht eindeutig angewendet wurde. Diese argumentativen Prozesse sind für mich ein wichtiger Kompetenzbaustein und maßgeblich für das spätere Abitur (und können durchaus mithilfe von Onlineportalen initiiert werden). Mit der Lösung von kapiert.de konnten sich am Ende dennoch alle anfreunden!

 

Die Mischung macht’s!

Aber aufgepasst!!! Obwohl es eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgabentypen und -tools gibt, werden die Schüler relativ schnell „mediumsmüde“. Eine Unterrichtseinheit komplett über kapiert.de zu planen, halte ich nicht für sehr ratsam. Das Portal ist, meiner Meinung nach, eine schöne Möglichkeit, um neue Medieninhalte in den Unterricht einfließen zu lassen und gegebenenfalls zu differenzieren. Sehr empfehlenswert, um den eigenen Unterricht gezielt zu öffnen, jedoch nicht, um die eigene Unterrichtsplanung abzugeben.

Mehr Informationen zu kapiert.de Schule findet ihr hier: www.kapiert.de/schule

 

 


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Lukas L.

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