16.05.2017

Kommaregeln – immer Ärger mit dem Komma

Kommaregeln - Immer Ärger mit dem Komma

Kommaregeln, manchmal ganz schön kniffelig …

Eigentlich sollte sie durch die Rechtschreibreform des Jahres 1996 und ihre Nachfolgeregelungen einfacher und übersichtlicher werden – die Zeichensetzung. Zum Teil ist das gelungen – doch noch immer gehört die Frage „Kommt da ein Komma hin?“ zur meistgestellten im Deutschunterricht. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick:

 

Regel 1: Komma bei Aufzählungen

Ganz einfach – Aufzählungen trennt das Komma. Dabei ist egal, ob es sich um einzelne Wörter, Satzglieder oder Nebensätze (auch Gliedsätze genannt) handelt. Zum Beispiel:

  • Sein T-Shirt war rot, blau, gelb und grün. (Aufzählung von Adjektiven)
  • Weil heute die Sonne scheint, es nicht regnet, alle zuhause sind und wir Spaß daran haben, fahren wir ins Schwimmbad. (Aufzählung von Nebensätzen)

 

Regel 2: Komma bei Hervorhebung

Alles, was nicht zum eigentlichen Satz gehört, sondern nur der Erklärung, Hervorhebung oder Unterbrechung dient, trennt das Komma ab. Das gilt für:

  • Anreden (Jan, am Sonntag fahren wir ins Schwimmbad.)
  • Ausrufe (Nein, was für ein schöner Morgen!)
  • Unterbrechungen (Am Vormittag, trotz der frühen Stunde, traf ich meinen Bruder.)
  • Nachträgliche Erklärungen (Da steht mein Vater, der große Mann mit dem Hut.)
  • Datums-, Wohnungs- und Literaturangaben (Am Montag, den 18. Mai, habe ich Geburtstag.)

 

Regel 3: Komma trennt Nebensatz vom Hauptsatz

Ein Komma trennt den Nebensatz vom Hauptsatz. Nebensätze kann man daran erkennen, dass hier das Verb am Ende steht, im Hauptsatz steht es meist an zweiter Stelle. Zum Beispiel:

  • Er freute sich sehr, als er endlich ankam.
  • Die Mutter war ärgerlich, dass Klara zu spät kam.
  • Als der Regen nachließ, rannten die Kinder auf die Wiese. (Bindewort – Nebensatz – Hauptsatz)
  • Das Schnitzel, das der Koch brachte, sah köstlich aus. (Hauptsatzanfang – Bindewort – Nebensatz – Hauptsatzende)

 

Regel 4: Komma trennt andere abhängige Sätze vom Hauptsatz

Nicht nur Nebensätze, auch andere Satzteile, die nicht für sich stehen können, kann das Komma vom Hauptsatz abtrennen. Es ist hier nicht zwingend vorgeschrieben, trägt aber oft zur Verdeutlichung des Sinnes bei. Zum Beispiel:

  • Indirekte Rede (Er erklärte, er könne nicht länger warten.)
  • Partizip (Laut schluchzend, warf sie sich auf das Bett.)
  • Erweiterter Infinitiv (Sie war fest entschlossen, am Abend den Roman zu Ende zu bringen.)

 

Regel 5: Komma zwischen Hauptsätzen

Hauptsätze, die nicht durch „und“ verbunden sind, werden durch Komma verbunden (Aufzählung). Steht ein „und“ zwischen zwei Hauptsätzen, kann, muss aber kein Komma gesetzt werden.

  • Linus sitzt auf dem Stuhl (,) und Anna liegt auf dem Bett.
  • Linus sitzt auf dem Stuhl, Anna liegt auf dem Bett. (Aufzählung)

 

Regel 6: Komma vor Bindewörtern (Konjunktionen)
Einige Signalwörter weisen auf ein Komma hin. Das sind die sogenannten Konjunktionen (Bindewörter). Zum Beispiel:

  •  nebenordnende, entgegensetzende und einschränkende Konjunktionen (einerseits – andererseits; aber; sondern)
  •  aneinander reihende Konjunktionen wie bald – bald; teils – teils; je – desto; halb – halb, nicht nur – sondern auch. ( Bald regnete es, bald schien die Sonne)

 

Weiterführende Informationen

 

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Ulrike Lindner

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

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