19.12.2018

Der kleine Schulranzen-Guide: Wie sollte er sein und wann lohnt sich der Kauf?

Schulranzen-Guide

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist ein spannendes Thema für die ganze Familie. Neben Selbstvertrauen und Freude am Lernen ist der Schulranzen ein ganz wichtiger Begleiter, und zwar vom ersten Schultag an. Für Kinder ist er ein Symbol für den neuen Lebensabschnitt, den sie meist mit Stolz und Begeisterung tragen. Eltern stellt das Thema Schulranzen dagegen zunächst einmal vor eine schwere Entscheidung, denn es gibt scheinbar unzählige Modelle, Varianten und Auswahlkriterien.

Zunächst ist da die ganz grundsätzliche Frage, die erste Schultasche ein klassischer Schulranzen, ein Rucksack oder eine Mischform werden soll. Jede Variante hat Vor- und Nachteile und letztendlich kommt es neben dem Körperbau des Kindes auch auf den persönlichen Geschmack an. Geht es um den Schulstart, entscheiden sich die meisten Eltern noch immer für den klassischen Schulranzen, weil sie seine ergonomische Form und seine übersichtliche Aufteilung zu schätzen wissen. Aber auch beim Schulranzen gibt es eine riesige Auswahl und bei der Entscheidung für ein Modell sollte vielfältige Auswahlkriterien eine Rolle spielen.

 

Die wichtigsten Aspekte beleuchtet der kleine Schulranzen-Guide:

 

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Schulranzenkauf?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn dabei sollten mehrere Faktoren Berücksichtigung finden. Besonders wichtig ist natürlich, dass das gewählte Modell möglichst optimal auf die körperlichen Voraussetzungen des Kindes abgestimmt ist. Die Passform des Schulranzens sollte ergonomisch sein und zur Körperform passen. Da sich Kinder bei der Einschulung noch stark im Wachstum befinden, ist es nicht unbedingt ratsam, einen Schulranzen zu früh zu kaufen.

Schon wenige Monate können in der kindlichen Entwicklung einen großen Unterschied machen und der Schulranzen, der im Jahr vor der Einschulung oder zu Weihnachten noch hervorragend gepasst hat, sitzt zur Einschulung möglicherweise schon nicht mehr so gut. Ungefähr zwei bis drei Monate vor Schulbeginn ist im Hinblick auf die körperliche Entwicklung eines Kindes ein guter Zeitpunkt, um einen Schulranzen zu kaufen.

 

  1. Wie teuer darf ein Schulranzen sein?

Ein Schulranzen ist nicht günstig. Qualität hat ihren Preis und Markenware natürlich auch. So kann ein Schulranzen aus der neuesten Kollektion der namhaften Hersteller wie Scout oder McNeill eine ganz schön teure Angelegenheit werden. Zwischen 100 und 300 Euro sollten mindestens einkalkuliert werden, wenn die Wahl auf ein neues Modell einer bekannten Marke fallen soll.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ein Modell aus der Vorjahressaison zu wählen. Dabei gibt es durchaus ein enormes Sparpotential. Eltern sollten allerdings nicht unterschätzen, dass ein Schulranzen auch oder gerade für Erstklässler bereits ein Statussymbol ist und damit weitaus mehr als nur ein praktischer Gebrauchsgegenstand. Wenn die Klassenkameraden am ersten Schultag mit den neuesten Verkaufsschlagern der Saison antreten, kann dies Druck und Enttäuschung hervorrufen und das kann den Schulstart ganz schön verhageln. Eltern sollten ihre Kinder deshalb immer in die Wahl des passenden Schulranzens miteinbeziehen. Einen Schulranzen, der selbst ausgewählt wurde, wird ein Kind immer mit Stolz und Freude tragen. Wer die Haushaltskasse trotzdem nicht zu stark strapazieren oder sicherstellen möchte, dass Designfragen nicht sämtliche gesundheitlichen Aspekte aus dem Feld schlagen, kann zum Beispiel eine sinnvolle Vorauswahl treffen und die finale Entscheidung dem stolzen Schulkind in spe überlassen.

 

  1. Welche Zertifizierung gibt es für Schulranzen?

Das Thema Rückengesundheit bei Schulkindern ist dem Gesetzgeber sehr wichtig. Deshalb wurde bereits 1990 eine übergeordnete Zertifizierung eingeführt, die die Qualität von Schulranzen überprüfen soll: Die DIN 58124. Die Norm gilt als Vorgabe für Hersteller und Prüflabore und als Anhaltspunkt für Eltern und andere Betreuungspersonen. In der DIN finden vor allem Aspekte zum Thema Ergonomie und Rückengesundheit sowie Sicherheit im Straßenverkehr Berücksichtigung.

Leider sind Hersteller bislang nicht dazu verpflichtet, ihre Schulranzen nach der DIN 58124 zertifizieren zu lassen. Es handelt sich um eine freiwillige Qualitätsüberprüfung. Die meisten namhaften Hersteller machen allerdings schon seit Jahren Gebrauch von dieser Möglichkeit, die Qualität ihrer Produkte zertifizieren zu lassen. Für Eltern ist die DIN deshalb trotzdem ein gutes Auswahlkriterium, wenn es um die Entscheidung für den richtigen Schulranzen geht.

 

  1. Sicherheit im Straßenverkehr

Mit der Einschulung sind Kinder häufig zum ersten Mal eigenständig im Straßenverkehr unterwegs. Damit wird das Thema Sicherheit besonders wichtig. Ein wesentlicher Aspekt, den die DIN 58124 regelt, ist die äußere Beschaffenheit von Schulranzen im Hinblick auf die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Hierzu erläutert das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz:

 

„Es müssen mindestens 20 Prozent der sichtbaren Flächen der Vorder- und Seitenteile aus fluoreszierendem Material und mindestens 10 Prozent dieser Flächen aus retroreflektierendem Material bestehen. Des Weiteren müssen auf den Tragegurten retroreflektierende Materialien mit einer Mindestgröße von 10 cm2 je Tragegurt angebracht werden.“

 

Halten sich Eltern beim Kauf des ersten Schulranzens also an Hersteller, die nach DIN 58124 zertifiziert sind, treffen sie im Hinblick auf Sicherheit im Straßenverkehr bereits die bestmögliche Entscheidung.

 

  1. Welches Modell passt zum Körper des Kindes?

Hier geht es um das Thema Ergonomie und Rückengesundheit und damit um den zweiten wichtigen Stützpfeiler neben der Sicherheit im Straßenverkehr. Ein Schulranzen sollte immer ergonomisch und möglichst optimal auf die Statur des Kindes abgestimmt sein. Da schon die Kleinsten meist ein enormes Gewicht zur Schule und wieder nach Hause schleppen müssen, sollte der Schulranzen selbst so leicht wie möglich sein. Die meisten Modelle wiegen zwischen 0,8 und 1,5 Kilogramm. Hier gilt die Regel, je leichter, desto besser, solange nicht an wesentlicher Ausstattung gespart wird.

Von den Abmessungen her empfiehlt sich meist eine mittlere Größe, da diese Modelle gut mitwachsen können. Optimal ist ein Schulranzen, wenn die Breite insgesamt ungefähr der Schulterbreite des Kindes entspricht. Die Oberkante des Schulranzens sollte gleichzeitig nicht deutlich über die Schulterlinie des Kindes hinausragen. Die Unterkante des Schulranzens sitzt gut, wenn sie ungefähr auf Höhe des Beckens liegt. Dies ist allerdings nur ein erster Richtwert. Grundsätzlich sollten Kinder den neuen Schulranzen aber immer ausgiebig probetragen. Besonders wertvoll ist eine gute Kaufberatung. Hier bieten manche Fachgeschäfte vor allem in den Wochen vor Schulbeginn eine ausführliche Beratung durch einen speziell geschulten Physiotherapeuten an, der im Hinblick auf die richtige Passform eine rückenschonende Empfehlung aussprechen kann.

 

  1. Der Schulranzen sollte mitwachsen

Ein Schulranzen, der zur Einschulung gekauft wird, begleitet ein Kind meist die ganze Grundschule hindurch. Deshalb sollte ein Modell gewählt werden, das mitwachsen und auch im letzten Grundschuljahr noch mithalten kann. Das gilt vor allem für die Schultergurte. Sie sollten äußerst variabel und möglichst stufenlos verstellbar sein. Gute Schulranzen bieten außerdem die Möglichkeit, die Polsterung der Schultergurte individuell anzupassen, damit eine Veränderung der körperlichen Voraussetzungen entsprechend berücksichtigt werden kann.

 

  1. An den richtigen Stellen gepolstert

Um bequemen Tragekomfort und einen gesunden Rücken zu unterstützen, sollte ein guter Schulranzen an mehreren Stellen gepolstert sein. Das gilt vor allem für die Rückenfläche und die Tragegurte. Ein zusätzlicher Brustgurt sorgt für sicheren Halt. Hat das Kind eine eher kleine Statur, kann ein weiterer Gurt im Beckenbereich dabei helfen, das Gewicht optimal zu verteilen.

 

  1. Möglichst robust, bitte

Planen Eltern, dass der Schulranzen ihr Kind über einen längeren Zeitraum hinweg begleiten soll, sind natürlich Langlebigkeit und Qualität gefragt. Immerhin fliegt das gute Stück gerne auch einmal auf dem Schulhof oder im Klassenraum in die Ecke. Ein Schulranzen, der Jahre halten soll, braucht deshalb eine stabile Verarbeitung und ein robustes, schmutzabweisendes und leicht zu reinigendes Außenmaterial. So haben Schüler und Eltern gleichermaßen lange Freude am ersten Schulranzen.

 

 

 

 

Bildquelle:

Abbildung 1: @ Pexels (CCO-Lizenz) / pixabay.com


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Kaja Lange

Kaja Lange

Kaja studiert Anglistik und Germanistik im Master an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie absolviert derzeit ein Praktikum bei der Westermann Verlagsgruppe im Team von kapiert.de.

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