Cybermobbing - Bedeutung

Im Internet kann man recherchieren, suchen, finden, sich verknüpfen, kommunizieren - und gemobbt werden. Wird man von Internetusern bedroht, beleidigt oder belästigt spricht man von Cybermobbing. Das geschieht häufig über die sozialen Medien, wie z.B. Facebook und WhatsApp.

Was kann passieren?

  • Auf Chatportalen werden Bilder oder Videos geteilt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind
  • Fake-Nachrichten werden verbreitet, die nicht der Wahrheit entsprechen
  • Personen gruppieren sich, um gegen einzelne Personen zu hetzen
  • Bilder werden unvorteilhaft bearbeitet und geteilt

Dadurch, dass der Täter digital agiert bleibt der Täter weitestgehend anonym. Das erschwert die Identifikation des Täters. Cybermobbing betrifft alle Schulformen, mittlerweile auch Grundschulen. Jedes zehnte Grundschulkind war schon einmal von Cybermobbing betroffen (Bündnis gegen Cybermobbing & Techniker Krankenkasse 2020).

Cybermobbing aktuell

Heutzutage ist es möglich dauerhaft digital zu kommunizieren. Jugendliche sind somit einem ständigen Austausch ausgesetzt. Konflikte haben keine Pause nach Schulschluss, sondern begleiten Betroffene meist bis nach Hause und rund um die Uhr.  Das kann psychische Folgen für Betroffene haben. In Zeiten der Corona-Pandemie, müssen viele Schüler und Schülerinnen digital von Zuhause aus Lernen. Einblicke in die Veränderung des Cybermobbings in Zeiten von COVID-19 gibt die Studie „Cyberlife III – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr“ des Bündnis gegen Cybermobbing in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse.

Studie: Cyberlife III (2020)

Eine verschärfte Situation des Cybermobbings herrscht, seitdem der Schulbetrieb auf Fernunterricht umgestellt wurde. Schüler:innen müssen das Internet vermehrt nutzen, um zu lernen und ihre sozialen Kontakte zu pflegen. Diese Umstellung auf den Fernbetrieb hat zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Cybermobbing geführt.
Weitere Studienergebnisse:

  • seit 2017 ist die Zahl der Betroffenen von Cybermobbing um 36%angestiegen
  • fast 2 Millionen Schüler und Schülerinnen sind in Deutschland von Cybermobbing betroffen
  • die Anonymität im Internet fördert die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen online wie auch offline

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Jugendliche in der Phase der Pubertät besonders verletzlich sind durch Cybermobbing. Dazu kann eine geringe Zufriedenheit mit sozialen Alltagssituationen kommen, die diese Verletzlichkeit enorm verstärkt.

Woran merkt man, dass eine Person von Cybermobbing betroffen ist? Symptome, die sich bei Betroffenen zeigen sind z.B. bedrückte Stimmung, Schlafprobleme oder eine Konzentrationsschwäche, was zu schlechten Noten in der Schule beitragen kann.

Umgang mit Cybermobbing?

Klar ist, dass etwas gegen Cybermobbing getan werden muss. 34% der befragten Schüler und Schülerinnen geben an, dass der richtige Umgang mit Cybermobbing an ihrer Schule noch ermittelt werden würde.

Was kann getan werden?

  • Ein Gespräch mit einer vertrauten Person ist sehr sinnvoll. Ansprechpersonen sind zum Beispiel Lehrkräfte oder Fachkräfte für Sozialarbeit.
  • Vermittlung anhand eines gemeinsamen Gesprächs mit Täter, Opfer und Bystander. Hier wird oft der Ansatz des No Blame Approach Dabei ist das Ziel Mobbing-Problematiken lösungsorientiert zu überwinden, ohne Schuldzuweisungen.
  • Beweise sichern! Digitale Beweise als einen Screenshot speichern, um die Tat zu beweisen.

Auch mit dem Thema Sexting kann Cybermobbing einhergehen, wenn der Umgang mit den Inhalten und Bildern übergriffig ist und die Privatssphäre der Beteiligten verletzt. Auf solche und weitere Missstände will auch der Safer Internet Day am 9. Februar 2021 aufmerksam machen. Ein Poster fürs Klassenzimmer mit Tipps zum Umgang mit Cybermobbing haben wir letztes Jahr gemeinsam mit der Initiative JUUUPORT entwickelt. Dieses Poster zum Aufhängen können Sie per E-Mail an sylke.kilian@​westermanngruppe.de bestellen oder hier als PDF

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